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Spice nur eine Kräutermischung?

8 Kommentare vom 12.12.2008

Logo des Drogenreferats der Stadt Frankfurt/ Main

In den letzten Wochen gab es nur wenige "echte" Neuigkeiten über die medienwirksam als Droge "missbrauchte" Kräutermischung Spice. Zwar gelang es dem Hersteller "the Psyche Deli" Vorwürfe, sein Produkt sei mit gefährlichen Lösungsmitteln verunreinigt, zu entkräften, Sicherheit über Wirkstoff und Wirkung von Spice gibt es jedoch (noch) nicht.

Nun hat das Drogenreferat der Stadt Frankfurt/ Main für kommenden Montag eine Pressekonferenz angekündigt, auf der die Ergebnisse einer (hoffentlich quantitativen) Spiceanalyse vorgestellt werden sollen.

Neben der Leiterin des Drogenreferats Regina Ernst wird sich auch ein Vertreter des mit der Analyse beauftragten Instituts den Fragen der Journalisten stellen.

Drogenreferat lässt "Modedroge" analysieren / Gesundheitsdezernentin stellt erste Ergebnisse vor

(pia) "Headshops" verkaufen die "Kräutermischungen" für 20 oder 30 Euro pro Tütchen, viel Geld für drei Gramm angebliche Räucherware. Tatsächlich wird die Mischung, die als "Spice" (zu Deutsch: Gewürz) bekannt wurde, meist geraucht. Sie wird auch unter anderen Markennamen sowie in kleineren Portionen und über das Internet vertrieben. Konsumenten berichten dabei von ähnlichen Wirkungen wie beim Rauchen von Cannabis.

Über die Zusammensetzung wird viel spekuliert. Bundesweit haben verschiedene Institutionen und Behörden auch schon Analysen in Auftrag gegeben, doch konnte die Wirkung noch nicht erklärt werden. Die Frage, was in "Spice" drin ist, ist jedoch wichtig, um gesundheitliche Folgen des Konsums einschätzen zu können.

Das Frankfurter Drogenreferat hat Proben von einem Labor untersuchen lassen. Erste Ergebnisse werden Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann, die Leiterin des Drogenreferats Regina Ernst sowie ein Vertreter des mit der Analyse beauftragten Instituts auf dieser Pressekonferenz vorstellen.

Ansprechpartnerin für Rückfragen: Regina Ernst, Telefon 069/212-30121.

Termin: Montag, 15. Dezember, 11.30 Uhr, Presse- und Informationsamt, Römerberg 32, 1. Stock Presseerklärung des Drogenreferats der Stadt Frankfurt/ Main "Spice - nur eine Kräutermischung?"


Leider wird es mir nicht möglich sein, selbst an der Pressekonferenz teil zu nehmen. Ich stehe aber in Kontakt mit mehreren Journalisten, die mich mit etwas Glück zeitnah über die Ergebnisse der Spiceanalyse informieren werden.

Spice = Wirkstoffextrakte + Trägerkräuter

Das Spice mehr ist, als nur eine Mischung verschiedener Pflanzenteile, ist längst sicher. So spricht der Spicehersteller in seiner Stellungnahme zu den Lösungsmittelfunden in Spice offen davon, dass einzelne der auf der Zutatenliste angegebenen Pflanzen lediglich in Form wirkstoffpotentierter Extrakte vorliegen.

Auch eine sensorische Analyse (sehen, riechen, anfassen) macht schnell klar, dass es sich bei der "Kräutermischung" allenfalls um einen Mix einiger weniger Pflanzen handelt. Die meisten Inhaltsstoffe sind nicht direkt als Pflanzenmaterial vorhanden.

Letzlich spielt dies für die Risikobewertung jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Sauber produzierte Extrakte sind im Zweifel sogar sicherer, weil sie natürliche Wirkstoffschwankungen ausgleichen und so eine exaktere Dosierung ermöglichen.

Bleibt abzuwarten, welche Geheimnisse am Montag gelüftet werden können. Ich halte Dich auf alle Fälle auf dem Laufenden!

TV-Sender suchen weiter Spice-Konsumenten

Ich erhalte regelmäßig Anfragen von TV-Sender bzw. TV-Produktionsfirmen, die Spicekonsumenten für Berichte suchen. Ich habe aber nur wenig Lust, in Zukunft "nur noch" über kommende TV-Sendungen zu berichten.

Da ich den Wunsch der Journalisten nach Informationen aus erster Hand jedoch nachvollziehen kann und eine Konsumentenmeinung allzuoft wertvoller als Expertenwissen aus dem Elfenbeinturm ist, werde ich einen Konsumentenpool für Journalisten zusammenstellen.

Wenn Du Interesse daran hast, über Journalisten informiert zu werden, die Spicekonsumenten suchen, dann melde Dich bei mir. Am besten nutzt Du dafür mein Kontaktformular!

Ich werde eventuelle Anfragen dann per Email an Dich weiterleiten.


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Aktuelle Lesermeinungen

15.12.2008 um 14:27 Uhr | Kommentar von Steffen
Die Frankfurter Rundschau verbreitet eine dpa-Meldung, die von der Spiceanalyse des Drogenreferats Frankfurt/ Main berichtet.

Demnach enthält Spice eine chemische Substanz aus der Arzneimittelforschung.
15.12.2008 um 13:38 Uhr | Kommentar von nesta
2 Stunden nach Anfang der Pressekonferenz und noch nirgends is was zu erfahren? Aber zum Glück wird jede Fußballpressekonferenz live übertragen... Naja, gibt schon seit 2 Jahren nichts wirklich Hilfreiches, geduld ich mich eben. Bin auf jedenfall richtig gespannt.
15.12.2008 um 12:19 Uhr | Kommentar von Steffen
Das werde ich tun, bin allerdings von der Informationsbereitschaft Dritter abhängig. Drück mir die Daumen, dann gibt es im Laufe des Nachmittags Neuigkeiten :)
15.12.2008 um 11:58 Uhr | Kommentar von arthur
Hi Steffen! kannst Du so schnell wie moeglich einen Bericht erstatten was sich da abspielt?
14.12.2008 um 23:03 Uhr | Kommentar von Morpheus
Hallo Pierre,

Natürlich ist es klar, dass ein eventuelles Verbot nicht davon abhängst was Psyche Deli nun preisgibt. Aber es ist ja wohl auch logisch, dass sie nicht sagen was nun die genauen Inhaltsstoffe sind. So würden sie ein Verbot (und ich denke es wird zu 99,9 Prozent kommen) nur beschleunigen. Und die staatlichen Labore werden immer einen Grund finden, warum es nun schädlich ist. Ob es nun die eine oder andere Substanz ist die die Wirkung hervorruft (Gruß an Sabine Bätzing). Den alles was geraucht wird enthält Schadstoffe durch die Verbrennung. Außerdem sieht der Staat ja in allem was eine Bewusstseinsveränderung hervorruft ein Gefahrenpotenzial.

Du darfst mich nicht falsch verstehen, natürlich mache ich mir auch Gedanken darüber ob es vielleicht gefährlich sein könnte.

Gesund ist es auf keinen Fall, denn es wird nun mal geraucht, soviel ist klar (wobei man vielleicht auch einen Tee machen könnte). Und ich würde ein Verbot sogar begrüßen, wenn es wirklich sehr gefährliche Stoffe enthält (ich meine damit aber nicht die Stoffe die z.b. auch in Zigaretten vorkommen).

Über Langzeitfolgen mache ich mir da aber weniger Sorgen da ich es nicht regelmäßig konsumiere. Auch wenn es sich naiv anhört, aber ich setzte mein Vertrauen in Psyche Deli da ich denke das sie so viel Moral haben und nicht irgendwelche extrem gefährlichen Stoffe einsetzten. Da sie dann auch eventuell mit Klagen rechnen müssten. Klar es wird darauf hingewiesen das man es nicht rauchen soll, aber durch die Verräucherung würden diese Schadstoffe ja dann zwangsläufig auch inhaliert werden.

Auf die Pressekonferenz morgen bin ich wirklich sehr gespannt!

Liebe Grüße an alle
Morpheus

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