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Steffen Geyer über Cannabis, Drogenpolitik und die Legalisierung

4/20 - Kein Tag für Nazis!

Vancouver Canada 2012 April 20 crowd4/20 Vancouver (Kanada)

Am 20. April zelebrieren die HanffreundInnen in aller Welt den 4/20-Day. Nur im deutschsprachigen Raum bleibt die Stimmung gedrückt - und das liegt an einem Österreicher, der vor 61 Jahren starb.

Die Welt riecht heute ein wenig süßlich. Von San Francisco (Kalifornien, USA) bis Auckland (New Zealand) treffen sich tausende, um gemeinsam Cannabis zu konsumieren und die politische Bewegung zu seiner Legalisierung zu feiern. Four-Twenty-Day (Vier-Zwanzig-Tag) heißt das globale Spektakel.
Der in den 70er Jahren entstandene Zahlencode 420 bzw. 4/20 gilt international als Erkennungszeichen der CannabisfreundInnen. Fast alles rund um Hanf(kultur) kann man mit diesem Kürzel (ver)kaufen. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der kalendarische 4/20 mit cannabiphiler Bedeutung beladen wird.

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100.000 Menschen auf der Hanfparade?

Hanfparade 2015

Der wahre Anführer ist nicht der, der etwas tut, sondern der, der das Verlangen weckt, selbst etwas zu tun. (Edgar Pisani, franz. Politiker)

Ich werde immer wieder gefragt, „warum keine 100.000 Leute auf die Hanfparade kommen?“ Leider lässt sich diese Frage nicht mit einem Satz beantworten. Es handelt sich um ein nur mit einer Liste von Gründen zu beantwortendes Problem.

Wichtig ist zunächst, sich von der Vorstellung zu verabschieden, die “Zielgruppe” für die Demonstration seien tatsächlich vier Millionen Menschen. Für den größten Teil der KonsumentInnen ist Cannabis schlicht nicht wichtig genug. Wer nur alle paar Wochen mal nen Joint raucht, sieht die Risiken von Strafverfolgung und sozialer Ausgrenzung aus einem anderen Blickwinkel als die Täglichkiffer.
Ich gehe davon aus, dass wir mit der Forderung „Kommt für Cannabis demonstrieren“ im günstigsten Fall so 600-800.000 Menschen in Deutschland „aus der Seele sprechen“.

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Im Dialog mit Podium und Straße - Weiß der Geyer? Nr. 61

Der Jammer mit den Weltverbesserern ist, dass sie nie bei sich selber anfangen. (Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller)

Am heutigen Montag Abend wird wieder getalked. In der inzwischen 61. Ausgabe der drogenpolitischen Mitmach-Talkshow “Weiß der Geyer?” zwei ereignisreiche Wochen Revue passieren.

Auf dem Spickzettel stehen…

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Warum Kinder kiffen (dürfen müssen)

Drunken Girls, Foto Michael Sänger “Drunken Girls”
Foto: Michael Sänger

“Drogen”konsum jugendlicher Menschen ist in unserer Gesellschaft unvermeidbar! Ich finde es falsch, seine Verbreitung zum Maßstab der an Erwachsene gerichteten Drogenpolitik zu machen.

Wir alle nutzen in unserem Alltag diverse Rauschmittel von Schokolade über Kaffee/Cola/Tee bis zu Tabak und Alkohol. Dazu kommen unzählige Stimulie, denen wir erliegen, weil sie Dopamin, Endorphin oder Adrenalin ausschütten (helfen) - Manche turnen mit dem neuen Elektrospielzeug, andere mit Geschwindigkeit, dritte mit Sport bis zur totalen Erschöpfung. Die wenigsten Erwachsenen hinterfragen diese Dauerpräsenz berauschender Momente in ihrem Leben.

Dennoch wird (auch im Kreise der Legalisierungswilligen) beständig die Forderung erhoben, Kinder und Jugendliche müßten “drogenfrei” leben.

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Frag ein Klischee - Wie ticken Kiffer?

Heute wurden die ersten beiden einer Serie von Videos veröffentlicht, für die ich Rede und Antwort für besondere Fragen stand. Gestellt wurden sie von NutzerInnen sozialer Netze der Berliner Medienschmiede HyperboleTV im Rahmen der Reihe “Frag ein Klischee“.

Während sich der von der Süddeutschen Zeitung präsentierte Clip primär mit politischen Fragen beschäftigt und nebenbei klärt, dass die vermeintlich “wilden Kiffer” eigentlich ziemlich oft große Spießer sind, geht der Beitrag auf dem hyperbolischen Youtubekanal mehr in Richtung praktische Lebenshilfe.