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Gedanken über Drogenpolitik, Cannabis und die Legalisierung

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Der Mythos vom Drogenparadies Tschechien

3 Kommentare vom 17.05.2010

Dieser Artikel aus meiner Feder erschien zunächst unter dem Titel "Bayerische Fundamentalisten und die tschechische Lösung" in der Sonderausgabe des Hanf Journals zum Hanftag 2010.

Cover der Sonderausgabe Hanftag 2010 des Hanf Journals Sonderausgabe Hanftag 2010 des Hanf Journals (PDF)

Zum 1. Januar 2010 hat sich Tschechien ein neues Drogengesetz gegönnt. Die Neuregelungen riefen im Nachbarland Deutschland zum Teil heftige Medienreaktionen hervor. Manch einer sah gar die "Erfolge deutscher Repressionsbemühungen sabotiert" und warnte vor einem "neuen Drogenparadies".

Dabei war Tschechien schon in der Zeit des kalten Krieges eines der liberaleren Länder. Während Drogen und ihre Konsumenten in der DDR, Polen oder den Sowjetstaaten weitgehend ausgeblendet und allenfalls als Propagandawerkzeug missbraucht wurden, gab es in Prag sogar unter der Herrschaft der Kommunisten staatliche "Suchtkliniken".

Auch nach der Wende im Jahr 1989 blieb das Land freizügiger als viele Nachbarn. Jeder Prager wusste, dass man rund um den Wenzelsplatz problemlos verschiedenste Rauschmittel kaufen konnte.

Die von einem Aufschrei deutscher Sittenwächter begleitete Neuregelung setzte denn auch nur das in Gesetzesform um, was an tschechischen Gerichten schon Jahre gängige Praxis war.

Tschechien passt Drogengesetze der Realität an

Wie der Ministerpräsident des Landes Jan Fischer der Zeitung Welt im Januar erklärte, sollte das neue Drogenrecht nicht mehr erreichen, als eine lange schwelende Debatte über die Frage "Wie groß muss eine Menge sein, damit sie nicht mehr klein ist?" zu beenden.

Drogenbesitz ist in Tschechien nach wie vor rechtswidrig, wer aber Rauschmittel lediglich zum Eigenverbrauch und in geringen Mengen besitzt, muss nur noch wegen einer Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 600 Euro rechnen.

Geschäfte mit Drogen duldet das neue Gesetz nicht, völlig unabhängig von der Menge, erläutert Jakub Frydrych, der Chef der tschechischen Anti-Drogen-Behörde bei der Vorstellung der Gesetzesinitiative im vergangenen Herbst. Das gesamte Gesetz lehnt sich an die derzeitige Praxis bei Gericht an fügte die tschechische Justizministerin Daniela Kovarova hinzu.

Obschon sich die wichtigsten Repräsentanten des tschechischen Repressionsaparates bemühten, den Journalisten zu vermitteln, dass auch mit dem neuen Drogenrecht alles beim alten bleiben würde, ließen wutschäumende Reaktionen über die vermeintliche "Drogenlegalisierung" nicht lange auf sich warten.

Bayerische Panikmache vor Drogentourismus unbegründet

Joachim Herrmann (CSU), bayerischer Innenminister Die Grenze wird dichtgemacht!
Joachim Herrmann, Innenminister Bayern

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann warnte im Januar vor negativen Auswirkungen und einem Überschwappen des tschechischen Drogenproblems nach Deutschland. Ohne sich um lästige Zuständigkeitsfragen oder EU-Freizügigkeitsregeln zu scheren kündigte er massive Kontrollen durch Zoll und Landespolizei an.

Die Grenze wird dichtgemacht! tönte er in jedes der bereitwillig gereichten Mikrofone.

Die Realität sieht freilich anders aus, als die Herrmanschen Alpträume. Der überwiegende Teil der Drogenfunde in Bayern wird an der Grenze zu Österreich gemacht. Die sogenannte Balkanroute ist der wichtigste Verkehrsweg für afghanisches Heroin und südamerikanisches Kokain, dass seinen Weg über Afrika und die Türkei nach Deutschland findet.

Dazu kommt: In den ersten Monaten des Jahres 2010 blieb die Situation an der deutsch-tschechischen Grenze ruhig. Bisher hat die Polizei in Ostbayern noch keine Auffälligkeiten festgestellt so Michael Rebele der Pressesprecher des Regensburger Polizeipräsidenten. Die so die Befürchtung "in Massen strömenden" Drogentouristen bleiben aus.

Bleibt zu hoffen, dass sich die bayerischen Stammtischphilosophen alsbald eine neue Sau suchen, die sie durchs Dorf treiben können. Den zaghaften Reformen des tschechischen Drogenrechts täten ein-zwei Jahre Ruhe gut.

An ihrem Durchhaltevermögen zweifelnden tschechischen Politikern empfehle ich ein Gespräch mit ihren polnischen Kollegen. Die können sich sicher noch gut daran erinnern, wie bayerische Volksverdummer ... ehm ... Volksvertreter gegen den EU-Beitritt der Polen wetterten. Inzwischen machen auch jene fleißig deutsch-polnische Geschäfte, die 2004 noch vor "dem Volk der Diebe und Gewalttäter" warnten.


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Aktuelle Lesermeinungen

09.07.2010 um 21:17 Uhr | Kommentar von dummy
Hab mir eben noch das induktive Potential von Cana..(was) Maijhuana hinsichtlich Psychotischer Zustaende aufzeigen lassen, und war fasziniert.

Aber im Grunde bleibt fier mich Rausch gleich Rausch; soll heissen, egal welche Substanzen/Erlebnisse als ungewohnte Dominanz meine uebliche Wahrnehmung verzerren, es ist eine, manchmal geistige, manchmal gesellschaftliche, manchmal koerperliche, Haltungsfrage, ob man panisch, gleichgueltig, oder vorsichtig reagiert.

Tonangebende (geistig) Politker (gesellschaftlich) mit Bierbauch (koerperlich) erwaegen panisch, nicht zuviel zu aendern, weil Ihnen gleichgueltig ist, das aus Liberalismus Vorsicht erwachsen koennte...waere schlimm taete man sich vor gerade Ihnen in Acht nehmen.

Egal...ich bin fuer Rauch ab 16, Alk ab 18 - haertere Drogen sind je nach Gefahrenpotential durch 3 - 180 Tagen Arrest zu reglementieren.

Es lebe der Rausch! - er berausche das Leben!
31.05.2010 um 20:09 Uhr | Kommentar von Anonym
hi
finde es eine frechheit was sich dieser staat rausnimmt ,und uns vorschreibt was wir zu tuen und lassen haben !!!! und so was nennt sich dann noch DEMOKRATIE...
insbesonnderen in bayern :
is ja scho der hammer mit hasch usw.
wirst ja wie a maßenmörder verfolgt, am liebsten ins kz würden SIE dich stecken !!!!!!!!
scheiß polizeistaat
und dann noch 24 stunden überwachen

ps:schöne grüße aus Rosenheim
24.05.2010 um 08:03 Uhr | Kommentar von Glücksbär
Die Illegalität von Cannabis ist empörend, ein Hindernis zur vollen Anwendung einer Droge, die hilft, die Gelassenheit und Einsicht, Sensibilität, und in dieser zunehmend verrückten und gefährlichen Welt so verzweifelt erforderliche Kameradschaft zu erzeugen.

Es ist lächerlich wie Bayerns Innenminister in panik fordert die grenzen dicht zu machen. -eher eine typische "schnößel-reaktion" die auch mit sicherheit das geselschaftliche denken um ein weiteres aufheizt das cannabis ja sowas von gefährlich sei.. dabei es ein zum Denker macht, nicht zum Berserker. Ganz anders bei STARKEN drogen und solte deshalb anders gesehen werden.


Ich wohne in sachsen am drei-ländereck zu polen und tschechien und das neue gesetz in cz. konnte ich auf ein paar partys und in shop`s schon offen mit erleben. Darüber kann ich auch nur sehr positiv zurückdenken, und ich hoffe das es in zukunft auch bei uns so eine lockerung geben wird. zumindest mit cannabis da es doch eine eher harmlose droge ist die mehrere positiv eigenschaften bieten kann.


Auf jeden fall sind die Tschechen und Polen sehr freundliche nachbarn und läst sich super leben da. um das bild "Volk der Diebe und Gewalttäter" gut zu machen. ;)

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