Logo der CannabiskultourLogo der Cannabiskultour

Liebe Seitenbesucher!
wegen der Cannabiskultour ist diese Webseite bis ungefähr Mitte August im Urlaub. Es werden keine aktuellen Artikel oder sonstige Seiteninhalte entstehen. Ich bitte dafür um Verständnis und empfehle in der Wartezeit einen Besuch auf:

Cannabiskultour - 100 Aktionen zur Förderung der Hanfkultur in Deutschland

Steffen Geyer UsualRedAnt Steffen Geyer - UsualRedAnt

Gedanken über Drogenpolitik, Cannabis und die Legalisierung

Weisheit des Tages
The only thing that can save the world is the reclaiming of the awareness of the world. That's what poetry does. (Allen Ginsberg)
Icon des News-Feeds: Drogen - Politik im Rausch

Mehr Drogentote durch (Heroin)Legalisierung?

2 Kommentare vom 11.12.2009

Bild - Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen Aktion zum Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen

Es gibt eine Reihe Fragen, die mir insbesondere von "Nichtkonsumenten" regelmäßig zu meinem öffentlichen Bekenntnis zur Legalisierung aller Drogen gestellt werden. Einige dieser Fragen möchte ich in Zukunft öffentlich beantworten.

Hallo Steffen.

Meiner Ansicht nach würde es durch die Legalisierung von Cannabis früher oder später dazu kommen, dass nicht nur Gras sondern irgendwann auch Heroin legalisiert wird.

Das Problem an der Sache: Ich glaube, dass, wenn eine solche Droge frei zugänglich wird, die Zahl der Drogentoten steigen wird.

Allein dadurch, dass das Verbot aufgehoben würde, würden sich viele Menschen dazu hingezogen fühlen, mal härtere Sachen auszuprobieren. Je mehr Menschen jedoch konsumieren, umso höher die Zahl der Toten, oder etwa nicht?

Gruß XXX

Drugs don't kill people - people do!

Deiner These die "Legalisierung führt zu mehr Drogentoten" muss ich widersprechen. Die meisten Wissenschaftler und praktisch alle Kriminalisten stimmen darin überein, dass die Mehrzahl der Drogentoten (mit Ausnahme der Selbstmorde durch bewusste Überdosierung) im Wesentlichen auf lediglich zwei Ursachen zurück zu führen sind.

Schwankende Wirkstoffgehalte und Streckmittel töten weit mehr Drogengebraucher, als die Toxizität (Giftigkeit) der verwendeten Rauschmittel.

Todesursache Wirkstoffgehalt - Wissen wann's zuviel ist

Anders als bei den legalen Rauschmitteln Tabak und Alkohol wissen die Konsumenten illegalisierter Drogen in der Regel nicht, welchen Wirkstoffgehalt ihr "Stoff" hat.

Substanz Wirkstoffgehalt
Min. Max.

Durchschnittliche Wirkstoffgehalte der Drogen in den Ländern der EU laut Drogen- und Suchtbericht 2009 der EMCDDA.

Cannabis 2,9% 13,3%
Heroin 8,6% 49,9%
Kokain 22,0% 54,8%

Das ist insbesondere dann gefährlich, wenn Marihuana, Koks und Co plötzlich wesentlich besser sind, als vom Nutzer erwartet.

Mag es bei Cannabis noch relativ harmlos sein, unbeabsichtigt mehr zu konsumieren, führt dies schon bei Alkohol schnell zu schweren Vergiftungen. Für die Konsumenten von Heroin oder GHB geht es bei schwankenden Wirkstoffgehalten jedoch buchstäblich um Leben und Tot!

Eine Legalisierung würde gerade den Konsumenten risikoreicher Substanzen die Möglichkeit geben, bewusster zu Dosieren und damit die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch steigern.

Todesursache Streckmittel - Krank aus Profitgier

Wenn Du die Wahl hättest, entweder einen deutschen Supermarkt-Vodka oder einen "sibirischen Schwarzgebrannten" mit mir zu trinken. Was würdest Du wählen?

Ich wette, dass wir bei einem Glas staatlich geprüftem Alkohol über den letzten Glykolskandal quatschen würden. Oder über den tragischen Verlauf einer Klassenfahrt mit türkischem Schwarzmarktschnaps, der unlängst die Medien beschäftigte.

Etikettenschwindel, Gepansche und gefährliche Profitgiertricks gibt es bei jedem "heimlichen Geschäft". Völlig zurecht bevorzugen deshalb die meisten Konsumenten die vermeintliche Sicherheit behördlich genehmigter Rauschquellen.
Für illegalisierte Substanzen gibt es dies jedoch nicht. Auf dem Schwarzmarkt müssen Konsumenten sich deshalb mit ihren fünf Sinnen, Vertrauen und gesundem Menschenverstand behelfen.

Trotzdem oder gerade deshalb ist ein großer Teil der körperlichen Langzeitschäden durch Drogenkonsum und eine ebenso große Zahl an Drogentoten auf die gesundheitsschädigenden Effekte der Streckmittel und Beimengungen zurück zu führen.

Kiffer in Lebensgefahr

Selbst die Konsumenten des vergleichsweise harmlosen Cannabis müssen sich seit ein paar Jahren Gedanken über schwere körperliche Schäden machen.

Spätestens die mit über 100 Opfern medienwirksame Bleivergiftungswelle unter kiffenden Leipzigern hat weiten Teilen der "nichtkonsumierenden" Bevölkerung gezeigt, dass Prohibition, Substanzfaschismus und Drogenverbote den Konsumenten illegalisierter Substanzen eine lebensbedrohliche Hypothek auferlegen.

Die Folgen spüren indes längst nicht nur die "User". Wenn jemand mit Bleivergiftung, Gelbsucht, Silikose oder einer der vielen anderen Streckmittelfolgeerkrankungen im Krankenhaus landet, zahlen wir alle für die Folgen der falschen Drogenpolitik!

Legalisierung = Qualitätskontrolle = weniger Drogentote

Selbst wenn (und es gibt gute Gründe das Gegenteil zu erwarten, aber das ist ein Thema, dass wir einander mal diskutierten können) die Zahl der (beliebige Droge einfügen)-Konsumenten nach ihrer Legalisierung steigen würde, sind sinkende Drogentotenzahlen zu erwarten, weil die Qualität des Stoff, seine Reinheit und die Vorhersagbarkeit der Wirkung steigen würden.

Wer bei Verstand ist und um die Gefahren der Überdosierung weiß, weil ihn z.B. die Packungsbeilage informiert, wird seltener "zuviel" konsumieren. Wer sauberen Stoff bekommt, lebt gesünder.

Unbeabsichtigte Überdosierung und gesundheitsschädliche Streckmittel liegen nicht in der "Natur der Droge", sondern sind direkte Folgen der Astinenzpolitik.

Wer Drogenelend verhindern will, muss legalisieren!


Become Social - Deine Stimme für mehr Leser!

Das Web2.0 lebt davon, dass Nutzer ihre Freunde und Bekannten auf Interessantes aufmerksam machen. Kleine Webschreiberlinge, wie ich einer bin, sind auf diese Form der "Mund zu Mund"-Propaganda doppelt angewiesen, weil das Geld für klassische Werbung fehlt.

Wenn du meine Arbeit magst, dann kannst du mit einem Tweet oder Yigg dafür sorgen, dass mehr Menschen diesen Artikel lesen.


Aktuelle Lesermeinungen

30.08.2011 um 01:08 Uhr | Kommentar von Andreas (37)
Ich bin selbst ein sogenannter Ex-User von harten Drogen wie Heroin, Kokain, Benzodiazepine. Heroin war jedoch meine Hauptdroge. Es hat mir wahrlich geholfen, mit meiner ausweglosen Situation, meiner permanente (auch emotionalen) Überforderung und mit meinen Traumata besser klarzukommen. Da das Zeug aber illegal und somit wahnsinnig überteuert war/ist, musste ich kriminell werden. Ich entschied mich, klauen zu gehen. Und so war ich gezwungen, meinen Tag der Geld- und Drogenbeschaffung zu widmen. Arbeiten war für mich nicht mehr drin.
Wäre das Heroin zu der Zeit legal z.B. über einen Apotheker erhältlich gewesen, hätte ich mich auch weiterhin um meine berufliche Zukunft kümmern können. Außerdem wären mir und der Gesellschaft mehrere Gerichtsverfahren und -verhandlungen, Entgiftungen und teure Therapieaufenthalte (die mir durch den dort ausgeübten Druck sogar noch erheblich geschadet und mich gar retraumatisiert haben) erpart geblieben.
Alles in allem kann ich für mich nur behaupten, dass eine Heroin-Legalisierung sehr sehr viele Vorteile mit sich gebracht hätte. Und ich hoffe für alle Betroffenen, dass der Stoff bald freigegeben wird.
22.07.2011 um 21:36 Uhr | Kommentar von Anonym
Eines der größten Argumente für die legalisierung ist, dass wir als Gesellschaft einen Teil unserer Mitmenschen kriminalisieren >>> einsperren ? und in die Verelendung treiben. Ich spreche jetzt größtenteils von Konsumenten harter ? teuerer Drogen ? aber letztenendes gilt es für jeden, der illegale Drogen konsumiert.

Was bleibt jemandem der weiss er ist auf eine bestimmte Substanz angewiesen ist. Eigentlich hat er gar keine Wahlmöglichkeit. Er muss sich ständigen Abstinenztherapien unterziehen, die aber nur bedingt wirken. So etwas funktioniert nicht auf Zwang. An diesem Punkt sind viele seit Jahren hängengeblieben, die elend am Bahnhof zu sehen sind. Hangeln sich von Therapie zu therapie ?dazwischen ist jede Selbstachtung und reflektiertes Handeln verschwunden.

Welche Möglichkeiten hat jemand, der sich für harte Drogen entschieden hat? Entweder hat er einen Job, in dem er viel verdient, hat gut Geld geerbt oder er muss etwas illegales tun. Das naheliegenste ist natürlich selbst Drogen zu verkaufen. Denn bei jedem Geschäft kommt es darauf an, wie man es macht. Es ist gewaltfrei und man muss niemandem etwas aufzwingen oder stehlen. Man geht zu den Leuten, die es brauchen ? und die sind verdammt dankbar für halbwegs saubere Drogen.

Süchtige brauchen die Droge nun mal. Wenn man selbst noch etwas Ehre in sich hat, den Ehrgeiz hat, möglichst gute, reine Drogen anzubieten, sich die Käufer gut aussucht (d.H nur an langjährige Süchtige über 21 verkauft) und keine astronomischen Gewinnsummen aufschlägt, ist dealen für einen Süchtigen noch das geradlinigste, was er tun kann, wenn es keine legalen Möglichkeiten gibt Geld zu verdienen.

Und wir sperren solche Leute in den Knast. Teilweise jahrelang. Unsere Gesetze sind für solche Leute gar nicht ausgelegt. Denn je reiner die Droge ist, desto mehr Strafe gibt es. Man sollte doch denken, dass das verschneiden/strecken unter Strafe gestellt werden sollte, da es die Konsumenten körperlich schädigt. Aber wir lieben unsere Klischees zu sehr: der geldgierige Dealer, der vor den Schulhöfen steht.

Versteht mich nicht falsch, ich will hier nichts schönreden. Aber ich finde, ob man seinen Körper durch Drogen schädigt, ist eine persönliche Entscheidung. Man gewinnt etwas ? man verliert aber auch viel. Laut Gesetz haben wir aber nicht die Freiheit. Und dieses Gestz stammt noch von Hitler!!! Ich will auch nicht das dealen verherrlichen ? es gibt hier natürlich Auswüchse von Gewalt und Ungerechtigkeit! Aber es gibt eben auch die andere Seite. Es sitzen so viele Leute in den Knästen wegen Drogenhandels oder -konsums, die einfach nicht dorthin gehören.

Ich suche nach einer Möglichkeit hier gesellschaftlich mal endlich etwas zu ändern!!!

Alle Kommentare lesen

Es gibt noch mehr Kommentare zu diesem Artikel. Ich empfehle Dir, bevor Du selbst kommentierst, erst einmal alle Kommentare zu lesen. Natürlich kannst Du auch gerne sofort los kommentieren :)

Eigenen Kommentar abgeben

Deine Meinung ist hier ausdrücklich erwünscht. Sag mir in einem Kommentar, was Du von diesem Artikel hältst, gib Tipps für Recherchen oder schlage neue Themen vor!

Kommentarfunktion

Diese Felder kannst Du leer lassen




- Hier muß was stehen :)

Wegen andauernder Versuche, die Kommentarfunktion für allerlei Angriffe auf meine Seite zu nutzen, mußte ich die Nutzung von HTML in den Kommentaren leider deaktivieren.

Wenn du interessante Links oder Bilder zum Thema hast, dann kopiere bitte die URL in den Kommentar. Ich wandle deine Empfehlung dann händisch in klick- bzw. ansehbare Inhalte um ;)


Spamschutz - Bitte die Ziffer sieben eintragen.

Weitere Seiteninhalte

Ergänzende Funktionen

↑↑ Zurück nach oben! ↑↑