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Cannabiskultour - 100 Aktionen zur Förderung der Hanfkultur in Deutschland
Gedanken über Drogenpolitik, Cannabis und die Legalisierung
3 Kommentare vom 17.10.2008
Vom 10.-12. Oktober 2008 lag das Zentrum der europäischen Cannabiswelt im Süden Wiens. Ausgerechnet in der Stadt, in der die Weltdrogenbehörde ihren Sitz hat, sollte mit der Cultiva die erste Hanfmesse Österreichs stattfinden.
Außenansicht des Eventhotels Pyramide in Vösendorf bei WienMehr als 70 Aussteller aus einem guten Dutzend Ländern hatten sich angekündigt, um eine Leistungsschau der österreichischen Nutzhanfbranche abzuhalten und einen Überblick über die Welt der "Kifferprodukte" zu geben.
In Vorträgen sollte darüber hinaus über die Verwendung von Cannabis als Medizin und den aktuellen Stand der Diskussion über die Legalisierung von Haschisch und Marihuana informiert werden.
Auch der Deutsche Hanf Verband, für den ich mich nach Wien auf den Weg gemacht hatte, sah der Messe mit Spannung entgegen.
Doch bevor es an den Aufbau des Infostands ging, musste erst einmal tief Luft geholt werden. Geradezu überwältigend war der Anblick der 42 Meter hohen Glaspyramide, die in den kommenden Tagen unser Zuhause sein sollte. Das ehemalige Spaßbad vor den Toren Wiens, das zur "Eventpyramide Vösendorf" umgebaut wurde, sah aus, wie der Welt größtes Gewächshaus.
So ganz unter die gläserne Pyramide hat es uns indes nicht verschlagen. Die anwesenden Aktivisten teilten sich stattdessen den Eingangsbereich der Halle mit österreichischen Nutzhanfverarbeitern.
Politische Organisationen haben auf Cannabismessen traditionell eher schlechte Karten, wenn es um die besten Stände geht.
Verständlich, dass den Veranstaltern rund um Harry Schubert die Wünsche der großen Samenbanken, Düngerproduzenten und Growbedarfsfirmen wichtiger sind. Immerhin tragen Sensi Seeds, Canna und Co. mit ihren Riesenmessebauten einen Großteil des Budgets und machen die Beteiligung der "Hungerleider" erst möglich.
Im Nachhinein betrachtet, erwies sich der Standort nahe des Ein- und Ausgangs für "uns Kleine" sogar als Vorteil, waren alle Besucher so doch gezwungen, sich beim Weg hinein und hinaus mit der politischen Diskussion rund um Cannabis und Marihuana zu beschäftigen.
Da die Vertreter des Vereins Legalize! Österreich ihre Teilnahme kurzfristig hatten absagen müssen, warben neben dem DHV noch drei weitere Organisationen um Unterstützung.
Wir selbst hatten uns zweierlei vorgenommen - Werbung für unser Buch machen und Kontakte mit der Szene pflegen. Vorher wollte ich aber noch eine schnelle Runde drehen und mich den österreichischen Nutzhanffirmen vorstellen.
Zwar war das Angebot auch in Sachen Rohstoff Hanf bei weitem nicht so vielfältig, wie auf der CannaTrade, dem Schweizer Pendant zur Cultiva, dafür aber erfrischend spießbürgerlich.
Das klingt erst einmal merkwürdig, besonders aus dem Mund eines Typen, der seit Jahren mit roten Dreads durch die Welt marschiert. Wer aber, wie ich, schon dutzende Hanfverarbeiter an einer unglücklichen Mixtur aus politischem Anspruch und mangelhaftem Geschäftssinn hat zu Grunde gehen sehen, der freut sich, wenn mal jemand völlig ohne Pathos auskommt.
Innenansicht des Hanfmuseums in HanfthalBesonders beeindruckt hat mich das Engagement der Gemeinden im "Land um Lah". Die haben sich in Zeiten sinkender Touristeneinnahmen ein Herz gefasst und ihre komplette Region "cannabifiziert". Die örtliche Therme bietet Hanfkuren und Massagen mit Hanföl, es gibt einen Hanf-Lehrpfad und ein Hanfmuseum.
Das alles wird von "ganz normalen Leuten" organisiert, denen man am ersten Messetag hier und da anmerkte, dass sie mit dem "Buntvolk" leicht überfordert waren.
Dafür war ihr Hanfbrot superlecker und das im Ort produzierte Hanf-Speiseöl ebenfalls. Bei den netten Leuten aus Hanfthal habe ich mir ein wunderschönes Kinderbuch gekauft. Dem werde ich demnächst mal einen eigenen Beitrag widmen, deshalb verrate ich an dieser Stelle nix!
Leider konnte ich den "Grünen Hanif", einen Wein mit Cannabisaromen, nicht probieren. Ich wollte ja noch den ganzen Tag mit Besuchern sprechen und ein Hanfaktivist mit Fahne ... klingt irgendwie nicht besonders vertrauensbildend, oder?
Die herlich schräge Kombination aus traditionsbewusster Bauernschaft und moderne Tourismusarbeit, die die Einwohner des "Lands um Laa" kennzeichnet, kann man nur schwer erklären.
Schau Dir am besten einfach das Video an und Du wirst verstehen, dass ich mich mit den Hanfthalern herzlich amüsiert habe. Einfach nette Leute!
Ich musste versprechen, bei Gelegenheit mal im österreichischen Grenzgebiet zu Tschechien vorbei zu schauen und mich so richtig vom "Hanf im Land um Laa" verwöhnen zu lassen. Und Du solltest das auch mal machen!
Zum Thema Nutzhanf auf der Cultiva soll das erstmal reichen. Ich will Dich ja nicht langweilen.
Im Auftaktartikel meiner Berichterstattung über die Cultiva erfährst Du, was den Messeplatz Wien interessant macht und kannst einem Familientreffen der europäischen Cannabisaktivisten beiwohnen.
Der nächste Artikel zur ersten Hanfmesse Österreichs enthält dann nicht nur jede Menge Bongs, Papers und Vaporizer, sondern auch Growschränke, LEDs und Dünger - bin mal gespannt ob ich das hinkrieg :)
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Für den Verlag Kiepenheuer & Witsch habe ich "Rauschzeichen" geschrieben.
»Für Interessierte und Laien ist ein bemerkenswert ausgewogen und aktuell verfasstes Buch zu Cannabis erschienen.« Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
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Ich stoße immer wieder auf Themen, über die ich zu wenig weiß. Dann frage ich Fachleute, Politiker und Aktivisten und führe Gespräche, die ich als Podcast veröffentliche.
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