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Gedanken über Drogenpolitik, Cannabis und die Legalisierung

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Schmerzmittel statt Schwarzmarkt

5 Kommentare vom 09.04.2010

Nachdem Maximilian Plenert im ersten Teil dieses Interviews über die Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung des Anbaus von Schlafmohn in Afghanistan berichtet hat, beschäftigen wir uns heute mit der Frage, ob legales Opium eine politische Alternative zum Krieg sein könnte.

Max stellt drei Optionen für ein Ende des Drogenhandels vor und zeigt, warum Ausrottungsprogramme und "Weizen für Mohn" gescheitert sind.

Zu guter Letzt sprechen wir über die nötigen politischen Schritte und bitten euch, den Bundesentwicklungshilfeminister an seine Pläne von gestern zu erinnern.

Mehr drogenpolitische Gedanken von Max findet ihr auf http://www.alternative-drogenpolitik.de


Im Folgenden findest Du ein Transscript des Beitrags. Es gilt das Primat des gesprochenen Wortes.

Steffen Geyer: Siehst du eine Chance, dass sich da in absehbarer Zeit die Situation so ändert, dass die Leute dort, was weiß ich, Blumen anpflanzen oder vielleicht sogar was zu essen, Weizen oder Rüben?

Maximilian Plenert: Also erstens, was halt mal da erste Problem ist, was selbst ein Großteil der Afghanistanpolitiker, also ich komm ja aus der grünne Partei und da gibt es relativ viele Leute die sich über Afghanisatn, über Afghanistanpolitik, wie gehen wir mit diesem Land um.

Die erstmal Opium garnicht so auf dem Schirm, was ein Problem ist, weil man soll sich erstmal bewusst werden - Die Afghanistanfrage kann ich nur lösen, wenn ich ein vernünftiges Konzept habe, wie ich mit Opium umgehe.

Steffen: Wenn das so ein starker Wirtschaftsfaktor ist, dann kann man den nicht ausblenden.

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Maximilian Plenert: Ja, das ist erstmal die erste Erkenntnis.

Außerdem ist es ein Thema, dass uns in Europa beschäftigen sollte. Das ist keine Sache, die wir in die USA abschieben, weil das Heroin, das in Afghanistan produziert wird, wird in großen Teilen in Asien und Europa konsumiert.
Also das ist kein Problem, dass das irgendwie alles zu den Ammis geht und die sollen sich drum kümmern - Nein!

Das ist eine direkte Folge unserer Drogenpolitik hier in Deutschland, dass sich Taliban da unten entsprechend bereichern können. Das ist schonmal die erste wichtige Erkenntnis.

Wenn ich dann zur Erkenntnis komme - Ok, es git diesen Anbau - Wie kann ich damit umgehen?

Ok, ich kann das ganze Zeug plattmachen. Das wurde auch überlegt, wurde teilweise praktiziert, funktioniert aber nicht. In diesem riesigen Land Afghanistan das geht einfach nicht.
Außerdem treibe ich damit die Bauern schlicht und ergreifend in die Arme der Taliban, das will ich nicht.

Steffen: Es gibt ja auch hundertundeine sinnvolle Verwendung für Opium und Heroin.

Maximilian Plenert: Das ist auch richtig.

Die ganze Sache mit dem Alternativen Anbau, dass ist so das, die typischen Bilder, die wir so aus Afghanistan bekommen. Da wird dann Rosenöl produziert und Rosinen und hast du nicht gesehen - Ist aber trotzdem nur die Spitze des Eisberges.

Natürlich kann man eine Teil damit ersetzen. Es ist die Frage, was will ich machen.

Es hat mal, dass habe ich jüngst als ich diesen Vortrag recherchiert habe nochmal nachgeguckt, sogar ein FDPler mal vorgeschlagen, dass man doch die ganze Ernte einfach aufkaufen könnte.

Steffen: Im italienischen Parlament ist das ja auch diskutiert worden.

Maximilian Plenert: Das Lustige ist, der FDPler ist dieser komische Herr Niebel, den wir inzwischen ja wiedererkennen, weil er inzwischen Entwicklungshilfeminister ist. Vielleicht sollte man ihn einfach mal daran erinnern.

Steffen: Aber sein Budget ist ja nicht groß genug, um solche Sachen zu machen.

Maximilian Plenert: Da muss er halt ein bischen was vom Verteidigungsministerium rüber holen, weil da rollt richtig der Rubel. Wenn man sich mal anguckt, was Soldaten kosten, die nicht nur Schulen aufbauen, wie es uns gelegentlich erzählt wird.

Was machen wir dann mit der Ernte? Wir könnten sie erstmal aufkaufen, dass wäre allein schon insofern günstig, weil die Bauern bekommen von der Gesamtgewinnspanne wie bei allen Produkten immer nur den allerkleinsten Teil.
Der Wert, den die Ernte für die Bauern hat liegt um eine Größenordnung unter dem, was die Taliban da an Profit mit machen. Das wäre schomla der erste Schritt.

Aber dann hab ich das ganze Zeug, was mach ich damit.

Steffen: Fair Trade Heroin - Das ist sehr platt formuliert, aber letztendlich ist das doch die Zusammenfassung, oder nicht?

... to be continued ;)


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Aktuelle Lesermeinungen

14.04.2010 um 23:48 Uhr | Kommentar von Andre
Wie steht eigentlich die Hanfparade zu diesem Thema?
14.04.2010 um 23:47 Uhr | Kommentar von Anonym
...Genauso unverständlich wie die Tatsache, dass Unternehmen wie Monsanto sich Naturprodukte urheberrechtlich schützen lassen. Natur ist doch für alle da!
14.04.2010 um 23:45 Uhr | Kommentar von Anonym
Ich wusste gar nicht, wie abhängig die menschen in afghanistan vom opium sind. ich glaube auch mal gehört zu haben, dass sich die produktion gesteigert hat, seit dem die amerikaner da krieg angefangen haben. man sollte sich doch echt überlegen, ob den menschen da unten nicht mehr geholfen wäre, wenn die ihre "produkte" legal vermarkten könnten.
14.04.2010 um 23:37 Uhr | Kommentar von Anonym
Du kannst doch nicht sagen, dass es auch eine sinnvolle Nutzung von Opiaten gibt! Da kannst du ja gleich behaupten, dass man aus Hanf auch Kleidung oder Dämmstoffe oder sonstwas machen könnte. tststs...Wenn das die Politik hört, dann ist aber schnell schluss mit Glaubwürdigkeit!
09.04.2010 um 21:41 Uhr | Kommentar von Steven
... nettes Interview! Bringt die Problematik der Gesammtlage äüßerst treffend auf den Punkt.

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