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Cannabiskultour - 100 Aktionen zur Förderung der Hanfkultur in Deutschland
Gedanken über Drogenpolitik, Cannabis und die Legalisierung
5 Kommentare vom 03.07.2010
Mehr als 130.000 Mal wurden im Jahr 2009 von deutschen Polizisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) festgestellt, bei denen es lediglich um Cannabis ging.
Flyer der Hanfparade 2010Die Regierung, allen voran Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans (FDP), war bei der Vorstellung dieser Zahlen im Rahmen der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) bemüht, dies als Erfolg zu verkaufen.
In Wahrheit zeigen die Zahlen (102 096 Fälle von Cannabisbesitz, 27 823 Mal Cannabishandel, 1 044 Mal Cannabiseinfuhr) nicht mehr und nicht weniger als das Scheitern des fast 40 Jahre dauernden Prohibitionsexperiments.
Die (nichtkiffende) Bevölkerungsmehrheit ist überzeugt, das Verbot sei unumgänglich und würde Schlimmeres verhindern. Ihr eigenes Leben sehen sie von der Jagd auf die 4 Millionen Cannabiskonsumenten des Landes nicht betroffen. Dabei leisten wir alle unseren Beitrag zur Kifferhatz. Jeder! Und zwar täglich!
"Ich hab doch nix gegen Kiffer?" wird der eine oder andere Leser jetzt empört einwerfen wollen und dies mag im Privaten sogar der Wahrheit entsprechen, wenn auch meine persönlichen Erfahrungen mit den vielfältigen Kifferklischees der wohlmeinenden Bevölkerungsmehrheit eher dagegen sprechen. Doch selbst wer nicht selbst gegen Cannabiskonsumenten aktiv wird, ist Teil des Kriegs gegen Drogen.
Wir alle, sogar wir Wenigen, die wir aktiv für eine Legalisierung streiten, bezahlen Polizisten, Staatsanwälte und Richter dafür, dass der Krieg gegen Cannabis weiter geht. Vom Bürokratiemonster Nutzhanfanbaugenehmigungsverfahren bis zum Polizeiknüppel, vom Drogenspürhund bis zu den Inhaftierungskosten kommt da so einiges zusammen - Mindestens 2 Milliarden Euro (2.000.000.000!!!) Jahr für Jahr. Und das ist längst noch nicht alles.
Wenigstens genauso viel Geld lassen wir Steuerzahler uns durch die Lappen gehen! Jedes verkaufte Gramm, und deutsche Kiffer verbrauchen mindestens 400.000.000 Gramm Haschisch und Marihuana pro Jahr, würde in einem legalen Hanfmarkt mit Genussmittel- und Mehrwertsteuer zum Gemeinwohl beitragen. Legale Hanfhändler und ihre Angestellten sowie die wohl mehr als zehntausend "Drogenhanf"bauern ihren Teil zu Renten-, Arbeitslosigkeits- und Krankenversicherung betragen.
Mit dem verschenkten Geld, insgesamt mindestens 4-5 Milliarden Euro pro Jahr, könnte man den Etat des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend glatt verdoppeln!
Stattdessen lassen wir jeden Tag mehr als 12 Millionen Euro in der Schattenwirtschaft versickern. Geld, dass Kindergartenplätze bezahlen könnte, wird so in Hände gegeben, die auch im Waffen- und Menschenhandel stecken.
Statt in saubere Schulen und motivierte Pädagogen investiert unsere Gesellschaft in Gangster, Gangs und Unterdrückung.
Die Frage nach der Legalisierung von Cannabis ist aber nicht nur eine finanzielle - sie ist vor allem eine humanitäre!
In den knapp fünf Dekaden seines Bestehens hat das laute Schweigen der nichtkiffenden Bevölkerungsmehrheit wesentlich zur stetigen Eskalation des Kriegs gegen Drogen beigetragen. Inzwischen sterben jedes Jahr tausende Menschen bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Drogenproduzenten/-händlern und ihren Jägern.
Die wenigsten Opfer des "Kriegs gegen Drogen" waren selbst Täter - vielfach sind sie lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort.
Die (Cannabis)Prohibition tötet, sie zerstört Existenzen, zerschlägt Familien, vernichtet mit wachsender Geschwindigkeit materielle wie immaterielle Werte. Und wofür?
Um erwachsene Menschen daran zu hindern, ein vergleichsweise harmloses Genussmittel zu konsumieren? Eine Droge zu nutzen, an der noch nie jemand starb? Um ein Verhalten zu ächten, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzer von allein wieder aufgibt, wenn Karriere und Familie wichtiger werden? Etwas zu verbieten, dass jeder siebte Europäer tat oder tut?
Wir leben in einer Demokratie und sind zurecht stolz darauf. Denn Demokratie heißt, das Recht auf eine freie Wahl zu haben.
Unsere Drogenpolitik könnte freilich auch aus dem dunklen Alptraum eines Kim Jiong-il stammen. Was der einzig richtige Rausch ist, das bestimmen "die da oben". Wir Bürger sind zwar alt genug zu wählen und Steuern zu bezahlen, alt genug um in "umgangssprachlichen Kriegen" unser Leben zu verlieren, aber über den eigenen Körper entscheiden dürfen wir nicht.
Was uns gut tut und was uns schadet, dass weiß "Mama Merkel" viel besser als wir. Immerhin wird sie von Fachleuten und Spezialisten beraten oder nicht?
Wissen sie wann zuletzt ein Fachpolitiker das Amt des Bundesdrogenbeauftragten inne hatte? Der letzte Suchtexperte in der Führungsriege des Gesundheitsministeriums? Raten sie mal? 1998, ´90, ´82?
In Wahrheit waren schon an der Entstehung des Betäubungsmittelgesetzes 1970/71 kaum Profis beteiligt. Und mit seiner Durchsetzung und Ausgestaltung werden seit fast vier Jahrzehnten zumeist jene beauftragt, die sonst auch keine besonderen Fähigkeiten haben.
Um es klar zu sagen - nicht alle Drogenbeauftragten waren schlecht, nicht alles was von amtlicher Seite über Cannabis & Co. verlautbart wird, entbehrt jeglicher fachlicher Grundlage, aber:
Kein Mensch würde einen Klempner rufen, wenn der Computer spinnt und doch leisten wir Deutschen es uns, dass eine Verwaltungsrichterin ohne suchtpolitisches Hintergrundwissen über die "richtige" Präventionsstrategie entscheidet; dass die Pharmalobby in der Drogenpolitik mehr zu sagen hat, als der gesunde Menschenverstand und dass über das Wohl und Wehe der Millionen Konsumenten vor allem jene Entscheiden, die von ihrer Verfolgung profitieren.
Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben! Alle freiheitsliebenden Menschen - egal ob Konsument, Angehöriger oder "ganz normaler Biertrinker" - alle denen Vernunft wichtiger ist als Ideologie und alle die sich über die Möglichkeiten der Kulturpflanze Hanf informieren wollen, rufe ich dazu auf, sich an der Hanfparade zu beteiligen.
Das Web2.0 lebt davon, dass Nutzer ihre Freunde und Bekannten auf Interessantes aufmerksam machen. Kleine Webschreiberlinge, wie ich einer bin, sind auf diese Form der "Mund zu Mund"-Propaganda doppelt angewiesen, weil das Geld für klassische Werbung fehlt.
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