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Steffen Geyer über Cannabis, Drogenpolitik und die Legalisierung

Das sind die ENCOD-Regeln für Cannabis Social Clubs

Es stimmt nicht, dass kein Kraut gegen Dummheit wächst. Sie lassen es uns nur nicht anpflanzen.

Logo der Cannabis Social Clubs

Während der Vollversammlung des europäischen Netzwerks drogenpolitischer NGOs ENCOD, die am vergangenen Wochenende in Bermeo (Spanien) stattfand, verabschiedeten die Deligierten ein europaweit einheitliches Regelwerk für Cannabis Social Clubs.

Dieses Regelwerk habe ich im Folgenden ins Deutsche übersetzt.

Ich empfehle die Lektüre als Vorbereitung auf den 2. drogenpolitischen Live-Hangout, der sich am 8. Juli u.a. mit CSCs beschäftigen wird.

What is a Cannabis Social Club? / Was ist ein Cannabis Social Club?

Flyer für Cannabis Social Clubs mit Motiv Marienkäfer “Eine sichere und gesunde Wahl”

Cannabis Social Clubs wurden geschaffen, um die Rechte der Cannabiskonsumenten und -produzenten zu schützen und dabei zu helfen, eine Cannabispolitik zu etablieren, die der Gesellschaft als Ganzem nützt.

Cannabis Social Clubs werden von Mitgliedern gebildet, erwachsenen Bürgern, die den Anbau einer begrenzten Menge Cannabis, die der Befriedigung ihres Eigenbedarfs dient, organisieren. So entstehen geschlossene Kreisläufe zwischen Produzenten und Konsumenten, die bestimmte Anforderungen bezüglich Gesundheit, Sicherheit, Transparenz und Rechenschaftspflichten erfüllen.

Die genauen Formen und Wege mit denen ein Cannabis Social Club arbeitet, hängen von den rechtlichen, politischen und kulturellen Standards des Landes ab, in dem er gegründet wird. Nichts desto trotz gibt es einige Grundregeln und -einstellungen denen alle Cannabis Social Clubs folgen, die dazu dienen, sie von anderen ähnlichen Initiativen zu unterscheiden.

1. Das Angebot folgt der Nachfrage, nicht umgekehrt

Die Produktionskapazität eines CSC basiert auf der erwarteten Menge des Konsums seiner Mitglieder. Das Angebot wird danach ausgerichtet, dass es den Bedarf der Mitglieder deckt, nicht umgekehrt.

2. Profitverzicht

Cannabis Social Clubs sind nichtkommerzielle Vereine. Die Gewinne, die vom Verein durch seine ökonomischen Aktivitäten erwirtschaftet werden, werden für die Bewerbung der Ziele des Vereins genutzt und nicht an die Mitglieder ausgeschüttet. CSCs bemühen sich, legale Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen sowie Güter und Dienstleistungen so zu produzieren, dass diese versteuert werden können.

3. Transparenz

Cannabis Social Clubs sind rechtskräftig eingetragene Vereine. Ihre innere Organisation ist demokratisch und ermöglicht Teilhabe. Ihr entscheidungsbefugtes Gremium ist die Vollversammlung, zu der alle Mitglieder eingeladen werden. Jedes Mitglied hat dabei eine Stimme.
Auf der Vollversammlung sollte ein textlicher und finanzieller Bericht der Vereinsaktivitäten im vergangenen Jahr vorgelegt und bestätigt werden, ebenso ein Plan für das folgende Jahr.

CSCs dokumentieren ihre Aktivitäten dergestalt, dass diese Mitgliedern, anderen CSC und staatlichen Autoritäten einfach zugänglich sind. Diese Dokumentation schliesst die finanziellen Verpflichtungen, ein (anonymisiertes) Verzeichnis der Mitglieder und deren veranschlagten Bedarfs sowie ein (anonymisiertes) Verzeichnis der Produktion ein.

4. Orientierung an öffentlicher Gesundheit

Cannabis Social Clubs nutzen für den Anbau ausschließlich solche Methoden, die den Standards für organischen Landwirtschaft entsprechen. Sie entwickeln eine effektive Politik der Vermeidung problematischen Cannabiskonsums und werben sichere, eigenverantwortliche Konsummuster. Dies schließt ein Angebot faktischer Informationen zu Hanf/Cannabis für die Mitglieder ein. CSCs erarbeiten Forschung zu den gesundheitlichen Aspekten des Cannabis, das von ihnen produziert wird, und informieren ihre Mitglieder über die Ergebnisse dieser Untersuchungen.

5. Offener Dialog mit den Behörden

Cannabis Social Clubs sind jederzeit zu jeder Art von Dialog mit Autoritäten bereit und betreiben eine aktive Politik solche Autoritäten zum Dialog zu laden.

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