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		<title>Drogen - Politik im Rausch</title>
		<link>http://usualredant.de/drogen/</link>
		<description>Texte über Rausch und Rauschpolitik, Drogen und ihre Konsumenten. Vorstellung aktueller Kampagnen und internationaler Rauschaktivisten.</description>
		<language>de-de</language>
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			<title>Drogen - Politik im Rausch</title>
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		<copyright>Steffen Geyer, steffen@usualredant.de</copyright>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 20:26:10 +0200</pubDate>
		<item>
			<title>Green New Deal ohne Hanf?</title>
			<description><![CDATA[
				<img class="right" src="http://usualredant.de/images/drogen/hanffeld-green-new-deal.jpg" alt="Nutzhanffeld mit der Aufschrift -Green New Deal-" width="241" height="343" />
				<p>
					Als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise der späten 20er Jahre des letzten Jahrhunderts erfand der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt 1933 den "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/New_Deal" title="Informationen der WikiPedia über die US-amerikanische Wirtschaftspolitik namens New Deal">New Deal</a>". Mit massiven staatlichen Investitionen kämpfte die Rooseveltregierung in den folgenden zehn Jahren gegen Massenarbeitslosigkeit und die Verarmung weiter Bevölkerungsschichten.
				</p>
				<p>
					80 Jahre später erinnerte sich die Welt angesichts einer neuen tiefgreifenden Krise der Finanz- und Arbeitsmärkte an das erfolgreiche Konzept.<br />
					<a href="http://www.thomaslfriedman.com/" title="Webseite des Journalisten Thomas L. Friedman">Thomas L. Friedman</a>, ein angesehener US-amerikanischer Wirtschaftsjournalist erfand 2007 den "<a href="http://www.nytimes.com/2007/04/15/magazine/15green.t.html?pagewanted=1&amp;_r=2&amp;ei=5087&amp;em&amp;en=6d53d735b961773d&amp;ex=1176868800" title="The power of Green - New Yorck Times vom 15.04.2007">Green New Deal</a>" und forderte in der Zeitung "New York Times" dazu auf, steigenden Ölpreisen, wachsenden Umweltproblemen und dem Kollaps des Kreditmarktes zu begegnen, indem die Regierungen mittels staatlicher Investitionsprogramme <strong>die Entwicklung nachwachsender Rohstoffe und erneuerbarer Energiequellen forcieren</strong>.
				</p>
				<h2>Ökölogische Produkte zur Finanzmarktrettung</h2>
				<p>
					Der dem zugrundeliegende Gedanke ist, dass die Regierungen angesichts der aktuellen Finanzmarktprobleme ein Eingreifen ohnehin nicht verhindern können und nur die Konzentration staatlicher Mittel auf "grüne" Industrien in der Lage ist, die Wirtschaft anzukurbeln und gleichzeitig den Klimawandel zu bremsen. 
				</p>
				<p>
					Besonders in den USA fiel die Idee auf fruchtbaren Boden. Noch immer gelten die Jahre vor dem Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg vielen Amerikanern als das "goldene Zeitalter" ihrer Nation.
				</p>
				<p>
					So verwundert es kaum, dass es nur wenige Monate dauerte, bis die Idee "Green New Deal" von der UNO aufgegriffen wurde. Am 22. Oktober 2008 kündigte der Direktor des <abbr title="United Nations Environment Programme, UN-Umweltbehörde">UNEP</abbr> (United Nations Environment Programme, UN-Umweltbehörde) Achim Steiner die Initiative "<a href="http://www.unep.org/documents.multilingual/default.asp?documentid=548&amp;articleid=5957&amp;l=en" title="Presseerklärung der UNEP zum Global Green New Deal">Global Green New Deal</a>" an.
				</p>
				<p>
					Hilary Benn, damals Staatssekretär im britischen Umweltministerium sagte anlässlich der UNEP-Initiative: <q title="Presseerklärung von Hillary Benn zum Global Green New Deal">Die Revolution der Grünen Technologie muss an Fahrt gewinnen, da zukünftig ein wachsender Teil der Jobs auf der Welt in der Umweltindustrie entstehen wird.</q>
				</p>
				<div class="p-b-r"><a href="http://www.jackherer.com/" title="Webseite des US-amerikanischen Hanfaktivisten Jack Herer"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/jack-herer-us-hanfaktivist.jpg" alt="Portrait des US-amerikanischen Hanfaktivisten Jack Herer" width="241" height="350" /></a> US-Hanfpionier <a href="http://www.jackherer.com/" title="Webseite des US-amerikanischen Hanfaktivisten Jack Herer">Jack Herer</a> (1939 - 2010)</div>
				<p>
					<q title="Presseerklärung von Hillary Benn zum Global Green New Deal">Großbritannien hat sich dem Aufbau einer grünen Ökonomie verschrieben - Zuhause wie im Ausland: Sie wird gut für die Geschäfte sein, gut für die Umwelt und gut für das Wachstum. Die UNEP-Initiative wird helfen, den Wechsel zu meistern, insbesondere weil sie zu verstehen hilft, wie sehr unsere Existenz von der Umwelt abhängt - von Boden, Luft, Wasser und Biodiversität.</q>
				</p>
				<p>
					Diese <q title="Offener Brief des US-Hanfaktivisten Jack Herer">schönen Worte</q> so der US-Hanfpionier <a href="http://www.jackherer.com/" title="Webseite des US-amerikanischen Hanfaktivisten Jack Herer">Jack Herer</a> hatten für ihn (und weite Teile der Ökobewegung) nur einen Makel - <strong>Die für die Erneuerung des Planeten potentiell wichtigste Pflanze kommt in den Plänen der UNEP garnicht vor</strong>. <q title="Jack Herer in einem Artikel der New York Times">Dabei hat nur die uralte Nutzpflanze Hanf, Cannabis sativa L., das Potential zum Weltenretter. Nach ihrer Re-Legalisierung könnte sie die stetig wachsende Weltbevölkerung kostengünstig und CO2-neutral mit Kleidung, Nahrung und Treibstoff versorgen.</q> so Herer in der New York Times.
				</p>
				<p>
					Herer mag es mit dem "Weltenretter Hanf" klassisch amerikanisch übertreiben, eine genauere Betrachtung der ökologischen Möglichkeiten der Pflanze lohnt sich aber allemal. Immerhin war Cannabis schon einmal <strong>Motor und Schmiermittel der Weltwirtschaft</strong>.
				</p>
				<h2>Cannabis - Energiepflanze mit Geschichte</h2>
				<p>
					Bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhundert war Hanf die weitverbreiteste und für die Menschheit wichtigste Nutzpflanze. Das Öl seiner Samen erleuchtetet die Nächte, Kleidung aus Cannabisfasern  hielt die Menschen warm, Hanfsegel und -seile machten den Transport über Kontinente hinweg überhaupt erst möglich. Dem machte ein kleiner Kreis US-Großindustrieller und ihre zum Drogenzar gehypte Marionette <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_J._Anslinger" title="Informationen der WikiPedia über den US-Drogenzar Harry J. Anslinger">Harry J. Anslinger</a> ein radikales Ende.
				</p>
				<p>
					Die erdölsüchtige Welt in der wir aufwachsen und die verheerenden Auswirkungen des Welthungers nach fossilen Brennstoffen hätten wir ohne das 1937 in den USA "erfundene" und nach dem zweiten Weltkrieg weltweit exportierte Hanfverbot nie erlebt. <strong>Ohne Mellon, Hearst, Dupont und ihren "Vollstrecker" Harry J. Anslinger sähe unser Planet heute anders aus!</strong>
				</p>
				<p>
					Wenn wir wollen (und unsere politischen "Führer" an der Wahlurne, in Briefen und Emails dazu zwingen), kann <strong>Hanf DIE Pflanze des 21. Jahrhunderts</strong> werden. Der explodierende Energiebedarf der Menschheit könnte dabei ein wichtiger Verbündeter sein.
				</p>
				<p>
					Eine Hanfpflanze ist ja im Prinzip nichts anderes, als gespeicherte Sonnenenergie. Biomasse aus Licht zu erzeugen, dass schaffen alle grünen Pflanzen - doch <strong>nur wenige tun dies so effektiv, wie Cannabis</strong>.
				</p>
				<p>
					Wusstet ihr, dass Hanf auf der gleichen Fläche viermal so viel Biomasse erzeugt, wie die Fichte, die in unserem Land verbreitetste Energiepflanze? Wusstet ihr, dass für seinen Anbau im Gegensatz zum heute in Deutschland massenhaft als Ölsaat kultivierten Raps kaum Düngemittel, Pestizide und Fungizide benötigt werden? Wusstet ihr, dass die stinknormalen LKWs auf unseren Straßen ohne Umbau ab morgen CO2-neutral mit Hanf-Biodiesel fahren könnten?
				</p>
				<p>
					Ich bin mir sicher, dass beinahe alle PolitikerInnen im Deutschen Bundestag bei einer oder allen dieser Fragen "Nein" antworten würden. Es liegt an uns, ihnen die Möglichkeiten der <strong>Nutzpflanze Hanf als Energieträger, als Treibstoff der Zukunft, als CO2-neutralen Jobmotor</strong> - kurz als wichtigsten Verbündeten des "Green New Deals" schmackhaft zu machen. Demonstrationen wie der Hanftag oder die Hanfparade sind dafür ein wichtiges Werkzeug.
				</p>
				<h2>Ohne Cannabis kein Green New Deal</h2>
				<p>
					<q title="Barack Obama in einer Rede über erneuerbare Energiequellen">Der Klimawandel ist nicht nur ein Problem, er ist auch eine Chance (um Hanf zu legalisieren? a.d.A.). Er bietet uns die Gelegenheit, überall im Land neue Arbeitsplätze zu schaffen, indem wir unsere Energieversorgung umstellen. Das <strong>stärkt unsere Wirtschaft, erhöht unsere Sicherheit, verringert unsere Abhängigkeit von ausländischem Öl</strong> und stellt sicher, dass wir in den kommenden Jahrzehnten wettbewerbsfähig sind. Und all das, während wir den Planeten retten. Wir werden diese Gelegenheit nicht verpassen.</q> so Barack Obama anläßlich einer Rede über erneuerbare Energie.
				</p>
				<p>
					<strong>Der ökologisch nachhaltige Umbau der Weltwirtschaft bleibt ohne Cannabis Illusion!</strong> Kein Green New Deal ohne Hanf!
				</p>
				<h2>Mehr zum Thema "Green New Deal"</h2>
				<ul>
					<li>Thesenpapier der UNEP: "<a href="http://www.unep.org/documents.multilingual/default.asp?documentid=548&amp;articleid=5957&amp;l=en" title="Press statement of the UNEP 22.10.2008">Global Green New Deal</a> - Environmentally-Focused Investment Historic Opportunity for 21st Century Prosperity and Job Generation"</li>
					<li><a href="http://www.boell.de/oekologie/marktwirtschaft/oekologische-marktwirtschaft-green-new-deal-6656.html" title="Informationen der Böll Stiftung über den Green New Deal">Green New Deal - Investieren in die Zukunft</a> - Dosier der Böllstiftung zum Green New Deal abläßlich der Konferenz "Die Große Transformation - Greening the Economy" am 28. und 29.05.2010 in Berlin.</li>
					<li><a href="http://www.hanfplantage.de/kein-new-green-deal-ohne-hanf-05-06-2009" title="Artikel des Hanfplantage vom 05.06.2009">Kein Green New Deal ohne Hanf</a> - Brief von Martin Steldinger an das Berlin21 Fachforum "Klimawandel und Energie" vom Juni 2009</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/nuetzliches-cannabis-interview-mit-tv-berlin.html" title="Im Interview mit Sarah Maria Breuer erkläre ich, warum ich für die Legalisierung von Cannabis kämpfe und was das mit dem Hanflabyrinth Berlin zu tun hat.">Nützliches Cannabis - Interview mit TV.Berlin</a> Am 26.07.2009 erklärte ich Sarah Maria Breuer im TVBerlin Morgenmagazin, warum ich für die Nutzpflanze Cannabis kämpfe und was das mit dem Hanflabyrinth Berlin zu tun hat.</li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/green-new-deal-ohne-hanf-kommentare.html" title="Lesermeinung zu diesem Artikel veröffentlichen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/green-new-deal-ohne-hanf.html</link>
			<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 20:25:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<title>Meine Geschichte der Hanfparade 2006-2010</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					Am 07.August findet in Berlin die <a href="http://www.hanfparade.de/" title="Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis">14. Hanfparade</a> statt. Für die Augustausgabe des <a href="http://hanfjournal.de/" title="Kostenlose Monatszeitung für Cannabiskonsumenten">Hanf Journals</a> habe ich meine ganz persönliche Sicht auf die Geschichte Deutschlands größter Legalisierungsveranstaltung niedergeschrieben.
				</p>
				<p>
					Nachdem ich im ersten Teil über die <a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-1997-2000.html" title="Einer der Organisatoren von Deutschlands größter Legalisierungsdemo berichtet von den Hanfparaden der Jahre 1997 bis 2000">Geschichte der Hanfparade 1997-2000</a> berichtete, die ich "nur" als Besucher erlebte und in Teil 2 über die <a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2001-2005.html" title="Einer der Organisatoren von Deutschlands größter Legalisierungsdemo berichtet von den Hanfparade der Jahre 2001 bis 2005">Hanfparaden der Jahre 2000-2005</a> den Kampf auch mit eigenem Engagement unterstützte, will ich heute, im letzten Teil der Artikelserie, einen Blick auf die jüngere Geschichte der Hanfparade werfen.
				</p>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2006-nutzhanf.jpg" title="Nutzhanf auf der Hanfparade 2006 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2006-nutzhanf-klein.jpg" alt="Nutzhanf auf der Hanfparade 2006" width="241" height="181" /></a> Nutzhanf auf der Hanfparade 2006 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2006-nutzhanf.jpg" title="Nutzhanf auf der Hanfparade 2006 - große Version">große Version</a>)</div>
				<h2>Was bisher geschah...</h2>
				<p>
					Die Hanfparade, die in ihren Anfangsjahren noch zehntausende auf die Strasse brachte musste seit der Jahrtausendwende vielerlei Rückschläge einstecken.<br />
					Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung war das Verbot der Abschlusskundgebung der Hanfparade 2005. Durch die nur wenige Tage vor der Veranstaltung ergangene Entscheidung des Berliner Umweltamtes stand der Verein Bündnis Hanfparade e.V. mit dem Rücken zur Wand.
				</p>
				<p>
					Der finanzielle Kollaps, so war allen Beteiligten klar, würde sich nur dann abwenden lassen, wenn die Hanfparade 2006 ein dreifacher Erfolg würde. Unsere Ziele hießen <strong>mehr Teilnehmer, mehr Sponsoren, mehr Medienecho</strong>.
				</p>
				<h2>2006 - Legalisierung Jetzt! Umdenken statt Milliarden verschenken!</h2>
				<p>
					Im Frühling 2006, dass es eine 10. Hanfparade unter dem Motto <strong>"Legalisierung Jetzt! Umdenken statt Milliarden verschenken!"</strong> geben würde, stand längst fest, hatte Torsten eine Idee, die so verrückt war, dass wir sie einfach durchziehen mussten. Und so wuchsen unter Uckermärker Sonne 10.000 Hanfpflanzen heran, mit denen wir das Brandenburger Tor begrünen wollten.
				</p>
				<p>
					Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es harte Arbeit war, die Polizei und die Versammlungsbehörde von diesem Plan zu überzeugen, aber irgendwie gelang es, dieses und tausend andere Probleme zu lösen und drei LKW-Ladungen lebende Hanfpflanzen zum "Heiligtum deutschen Patriotismus" zu bringen.
				</p>
				<p>
					Für 24 Stunden ging alles gut, doch dann kam Kriminalkommissar Freund (ja so hieß der wirklich), der <strong>hinter den harmlosen Nutzhanfpflanzen groß angelegten Drogenhandel vermutete</strong>.
				</p>
				<p>
					Mit Taschenmessern, Sägen und Heckenscheren gingen die Polizisten daraufhin ans Werk und vernichteten mit dem mobilen Feld die letzten Hoffnungen des Bündnis Hanfparade.
				</p>
				<p>
					Dass wieder nur wenig mehr als 1.500 Teilnehmer den massiven Kontrollen trotzten, geriet angesichts des grün-weißen Ernteeinsatzes zur Nebensache.
				</p>
				<p>
					Als Leiter der Versammlung flatterte mir wenige Tage später eine <strong>Anzeige "wegen des illegalen Anbaus von Cannabis am Brandenburger Tor"</strong> ins Haus. Als Vorstand des Bündnisses hatte ich darüber hinaus das zweifelhafte Vergnügen unsere Gläubigern und das Finanzamt über unsere Zahlungsunfähigkeit zu informieren.
				</p>
				<p>
					Die Hanfparade 2006 war ein Medienspektakel, noch heute wird das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=F73Ao4uRVc0" title="Hanfparade 2006: Polizei schneidet Hanf ab - Video bei Youtube ansehen">Video der Polizeiaktion</a> jeden Tag rund 100mal angesehen, und doch ist sie <strong>der Tiefpunkt meiner Bemühungen um einen legalen Hanfmarkt</strong>.
				</p>
				<p>
					Ich war vom Besucher über den "Job" als Bühnenordner zum Versammlungsleiter der Demonstration geworden und sollte nun ihr Totengräber sein. Die Hanfparade war doch tot oder nicht?
				</p>
				<h2>2007 - Gegen Gift im Gras</h2>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2007-flyer.jpg" title="Flyer der Hanfparade 2007 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2007-flyer-klein.jpg" alt="Flyer der Hanfparade 2007" width="241" height="334" /></a> Flyer der Hanfparade 2007 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2007-flyer.jpg" title="Flyer der Hanfparade 2007 - große Version">große Version</a>)</div>
				<p>
					Noch im Frühling 2007 sah es so aus, als würde es in Berlin keine Legalisierungsdemo mehr geben, doch ein kleiner unbeugsamer Haufen wollte der bereits beerdigten Idee von der Straße als demokratischer Bühne neues Leben einhauchen.<br />
					"Gegen Gift im Gras!" zogen Tribble und seine Mitstreiter zu Felde. Legaler Eigenanbau sollte die Konsumenten vor der Profitgier des Schwarzmarktes schützen.
				</p>
				<p>
					Dank der Unterstützung des Hanf Journals, dass mit "Vibez to Legalize" eine für alle Teilnehmer kostenlose Afterparty im YAAM auf die Beine stellte, gelang es selbst ohne große Mobilisierungskampagne endlich wieder mehr Menschen zur Hanfparade zu bewegen.
				</p>
				<p>
					Ok, mit rund 2000 Teilnehmern war die Parade immernoch weit von der Beteiligung in der guten alten Zeit entfernt, aber mit viel mehr Zuspruch hatte im neuen Team keiner gerechnet. Immerhin standen nur 700,- Euro zur Verfügung. Ein Betrag, der in den ersten Jahren noch nicht einmal für die Miete der nötigen Dixiklos gereicht hätte.
				</p>
				<h2>2008/9 - Mühsam ernährt sich das Hanfhörnchen</h2>
				<div class="p-c"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/leittransparent-hanfparade-2008.jpg" title="Leittransparent der Hanfparade 2008 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/leittransparent-hanfparade-2008-klein.jpg" alt="Leittransparent der Hanfparade 2008" width="600" height="247" /></a> Leittransparent der Hanfparade 2008 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/leittransparent-hanfparade-2008.jpg" title="Leittransparent der Hanfparade 2008 - große Version">große Version</a>)</div>
				<p>
					Die Hanfparaden der Jahres 2008 und 2009 sind schnell erzählt. Nur langsam wuchs das Vertrauen der Sponsoren in das neue Organisatorengespann, ebenso langsam wuchsen auch die Teilnehmerzahlen. Vom rauschenden Fest der Neunziger ist die Hanfparade noch immer weit entfernt und doch blicken wir Organisatoren mit Zuversicht auf den 7. August.
				</p>
				<p>
					Gegen alle Widerstände, trotz Polizeischikanen und Behördenwillkür hat sich die Hanfparade im politischen Kalender der Hauptstadt festgebissen. Drei Generationen Hanfbegeisterte haben die Hanfparade am Leben gehalten, haben geschwitzt, geschuftet, geflucht und geweint, damit ihr ein fröhliches Politspektakel genießen könnt. Ich bin stolz darauf, Teil dieser Geschichte zu sein.
				</p>
				<h2>2010 - Cannabis ist Weltkultur</h2>
				<p>
					Als ich mich 1997 mit ein paar Freunden auf den Weg nach Berlin machte, hätte ich mir nicht träumen lassen, eines Tages auf zehn Jahre Arbeit für die Legalisierung und 14 Hanfparaden in Berlin zurück zu blicken. Wen ihr den Mut habt, dem Schicksal eine Chance zu geben, wer weiß, wohin <strong>euch</strong> ein Besuch der Hanfparade führen wird?
				</p>
				<p>
					Dank "Medical Marjuana" und kalifornischen Legalisierungsträumen ist auch in Deutschland manche Tür wieder einen Spalt geöffnet, die für Hänflinge lange fest verschlossen war. Sie zu durchschreiten, die Freiheit für die Kulturpflanze Cannabis zu erkämpfen, das können wir nur gemeinsam.
				</p>
				<p>
					Die Hanfparade am 07.August 2010 mag nicht so groß, so bunt oder so toll sein wie "früher", doch heißt es nicht: <strong>"Der Zwerg auf dem Kopf des Riesen sieht weiter als dieser"!?</strong>
				</p>
				<h2>Mehr zum Thema "Hanfparade"</h2>
				<ul>
					<li><a href="http://www.hanfparade.de/" title="Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel">Cannabis ist Weltkultur - Hanfparade 2010</a> - Am Samstag 07.August beginnt die 14. Ausgabe Deutschlands größter Demonstration für die Legalisierung von Cannabis um 13:00 Uhr am Fernsehturm auf dem Berliner Alexanderplatz. Die Demo führt über Oranienstraße, Friedrichstraße und Unter den Linden zum Reichstag. Im Anschluss bis 22:00 Uhr Kundgebung mit Reden, Trucks, DJs, Livemusik und jeder Menge Infos.</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-1997-2000.html" title="Einer der Organisatoren von Deutschlands größter Legalisierungsdemo berichtet von den Hanfparaden der Jahre 1997 bis 2000">Meine Geschichte der Hanfparade 1997-2000</a> - Im ersten Teil dieser Artikelserien berichtete ich aus der Sicht eines der Organisatoren von Deutschlands größter Legalisierungsdemo über die Hanfparaden der Jahre 1997 bis 2000.</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2001-2005.html" title="Einer der Organisatoren von Deutschlands größter Legalisierungsdemo berichtet von den Hanfparade der Jahre 2001 bis 2005">Meine Geschichte der Hanfparade 2001-2005</a> - Der zweite Teil der Artikelserie vom 26.07.2010 beschäftigt sich mit den Hanfparade der Jahre 2001 bis 2006, die ich maßgeblich selbst mitgestaltet habe.</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2009-ziele-motivation-erfolge.html" title="Im Gespräch mit Georg Meier vom Uniradio Berlin erklärt Steffen Geyer das politische Anliegen und die Geschichte der Hanfparade. Außerdem beschreibt er, wie er sich die Legalisierung von Cannabis vorstellt.">Die Hanfparade - Ziele, Motivation und Erfolge</a> - Am 01.08.2009 erklärte ich im Gespräch mit Georg Meier vom Uniradio Berlin das politische Anliegen und die Geschichte der Hanfparade. Außerdem beschrieb ich, wie ich mir die Legalisierung von Cannabis vorstelle.</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/poster-hanfparade-2009-entwurf.html" title="Ich stelle mein Design für ein Hanfparadeposter zur öffentlichen Diskussion und erkläre, warum ich das Motiv -Verkehrszeichen- gewählt habe.">Entwurf für Poster zur Hanfparade 2009</a> - Am 27.05.2009 stellte ich mein Design für ein Poster zur Hanfparade 2009 zur öffentlichen Diskussion und erklärte, warum ich das Motiv -Verkehrszeichen- gewählt habe.</li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2006-2010-kommentare.html" title="Lesermeinung zu diesem Artikel veröffentlichen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2006-2010.html</link>
			<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 14:31:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<title>Meine Geschichte der Hanfparade 2001-2005</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					Am 07.August findet in Berlin die <a href="http://www.hanfparade.de/" title="Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis">14. Hanfparade</a> statt. Für die Augustausgabe des <a href="http://hanfjournal.de/" title="Kostenlose Monatszeitung für Cannabiskonsumenten">Hanf Journals</a> habe ich meine ganz persönliche Sicht auf die Geschichte Deutschlands größter Legalisierungsveranstaltung niedergeschrieben.
				</p>
				<p>
					Nachdem ich im ersten Teil über die <a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-1997-2000.html" title="Einer der Organisatoren von Deutschlands größter Legalisierungsdemo berichtet von den Hanfparaden der Jahre 1997 bis 2000">Geschichte der Hanfparade 1997-2000</a> berichtete, die ich "nur" als Besucher erlebte, soll es heute um die Hanfparaden 2000-2005 gehen, die ich aktiv mitgestaltet habe.
				</p>
				<div class="p-c"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2001-schweizer-hanfbus.jpg" title="Schweizer Hanfbus auf der Hanfparade 2001 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2001-schweizer-hanfbus-klein.jpg" alt="Schweizer Hanfbus auf der Hanfparade 2001" width="600" height="175" /></a> Schweizer Hanfbus auf der Hanfparade 2001 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2001-schweizer-hanfbus.jpg" title="Schweizer Hanfbus auf der Hanfparade 2001 - große Version">große Version</a>)</div>
				<h2>2001 - Kein Krieg gegen Pflanzen</h2>
				<p>
					2001 war für mich ein besonderes Jahr, eine besondere Hanfparade. War ich bisher eher Besucher als Teilnehmer, eher Zaungast als Akteur, wollte ich bei der fünften Hanfparade selbst Hand anlegen. Das "Wichtigkärtchen", das mich damals als Bühnenordner kennzeichnete, hüte ich bis Heute wie einen Schatz, steht es doch für den <strong>Beginn meiner "Aktivistenkarriere"</strong>.
				</p>
				<p>
					Die Hanfparade unter dem Motto <strong>"Kein Krieg gegen Pflanzen"</strong> war politischer den je und führte von der Parteizentrale der SPD zum Roten Rathaus. Doch die Teilnehmerzahlen gingen erneut zurück. Ernüchterung über die Unbeweglichkeit der Politik hatte sich unter den deutschen Kiffern breitgemacht und begann auch die wenigen Aktiven zu befallen.
				</p>
				<h2>2002 - Für Hanfgebrauch! Gegen Hanfmi&sect;&sect;brauch! Aufklärung statt Verbote!</h2>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2002-straeflinge.jpg" title="Sträflingaaktion auf der Hanfparade 2002 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2002-straeflinge-klein.jpg" alt="Sträflingaaktion auf der Hanfparade 2002" width="241" height="161" /></a> Sträflingaaktion auf der Hanfparade 2002 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2002-straeflinge.jpg" title="Sträflingaaktion auf der Hanfparade 2002 - große Version">große Version</a>)</div>
				<p>
					Doch noch war der "Krieg" nicht verloren und so riefen wir (ich hatte mich inzwischen zu einem Teil des Organisationsteams gemausert) im Jahr 2002 dazu auf, <strong>"Für Hanfgebrauch! Gegen Hanfmi&sect;&sect;brauch!"</strong> auf die Straße zu gehen. <strong>"Aufklärung statt Verbote!"</strong> war unser gemeinsames Ziel und Hans-Christian Ströbeles "Gebt das Hanf frei" der Satz des Tages.
				</p>
				<p>
					Um ein Haar wäre die Geschichte der Hanfparade an dieser Stelle zu Ende gewesen. Die alten Hasen im OrgaTeam hatten kurz gesagt die Schnauze voll. Persönliche Konflikte, fehlende Anerkennung und die nie enden wollende Arbeit forderten ihren Tribut.<br />
					Das Aus wollten wir "Jüngeren" jedoch nicht hinnehmen und so machte sich eine neue Mannschaft daran, eigene Fehler zu begehen.
				</p>
				<h2>2003 - Gebt das Hanf frei!</h2>
				<p>
					Viele, viele Stunden verbrachten wir bis zur 7. Hanfparade im schlecht belüfteten Keller des Hanf Museum. Voller Hoffnung auf bessere Zeiten, hatte doch Stephan Raab aus Ströbeles Satz einen Charthit gemacht und Kiffen war in aller Munde.
				</p>
				<p>
					Trotzdem wollten im Jahr 2003 nur 5.000 Menschen unter dem Motto <strong>"Gebt das Hanf frei!"</strong> demonstrieren. Wieder ein Rückschlag, diesmal garniert von der in martialischer Schutzkleidung auftretenden Polizei, die sich nicht zu schade war, Menschen wegen eines Joints aus der Menge zu greifen.
				</p>
				<p>
					Einen meiner schlimmsten Hanfparade-Momente erlebte ich am nächsten Tag, als mir vom Titelblatt der BZ (so etwas wie die "Bild" für Berlin) die Schlagzeile <em>"Hanfparade - Kiffer pissen Kirche an"</em> entgegen lächelte.
				</p>
				<h2>2004 - Get Wise Legalize! Drogenfahnder zu Kleingärtnern</h2>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-bierbauch.jpg" title="Hanf macht keinen Bierbauch Hanfparade 2004 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-bierbauch-klein.jpg" alt="Hanf macht keinen Bierbauch Hanfparade 2004" width="241" height="181" /></a> Hanf macht keinen Bierbauch - Hanfparade 2004 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-bierbauch.jpg" title="Hanf macht keinen Bierbauch Hanfparade 2004 - große Version">große Version</a>)</div>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-regentanz.jpg" title="Tanz im Regen auf der Hanfparade 2004 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-regentanz-klein.jpg" alt="Tanz im Regen auf der Hanfparade 2004" width="241" height="181" /></a> Tanz im Regen auf der Hanfparade 2004 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-regentanz.jpg" title="Tanz im Regen auf der Hanfparade 2004 - große Version">große Version</a>)</div>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-oranienplatz.jpg" title="Blick über die Abschlusskundgebung der Hanfparade 2004 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-oranienplatz-klein.jpg" alt="Blick über die Abschlusskundgebung der Hanfparade 2004" width="241" height="181" /></a> Blick über die Abschlusskundgebung der Hanfparade 2004 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-oranienplatz.jpg" title="Blick über die Abschlusskundgbung der Hanfparade 2004 - große Version">große Version</a>)</div>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-modenschau.jpg" title="Hanfmodenschau auf der Hanfparade 2004 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-modenschau-klein.jpg" alt="Hanfmodenschau auf der Hanfparade 2004" width="241" height="181" /></a> Hanfmodenschau auf der Hanfparade 2004 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2004-modenschau.jpg" title="Hanfmodenschau auf der Hanfparade 2004 - große Version">große Version</a>)</div>
				<p>
					Wenn wir die Hanfparade retten wollten, mussten wir etwas Neues probieren und so ging es im Jahr 2004 erstmals nicht in das politische Zentrum, sondern nach Kreuzberg, einem der Viertel von denen wir hofften, dort viele Konsumenten zu erreichen. <strong>"Get Wise - Legalize! Drogenfahnder zu Kleingärtnern!"</strong> lautete das Motto der nunmehr 8. Hanfparade.
				</p>
				<p>
					Als weise erwies sich die Entscheidung für den Kreuzberger Kiez und gegen den Mitte-Kommerz leider nicht. Erneut gingen die Teilnehmerzahlen zurück.
				</p>
				<h2>2005 - Wir sind das Hanf!</h2>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2005-mehr-toleranz.jpg" title="In breiten Köpfen ist mehr Platz für Toleranz - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2005-mehr-toleranz-klein.jpg" alt="In breiten Köpfen ist mehr Platz für Toleranz" width="241" height="428" /></a> Mehr Platz für Toleranz - Hanfparade 2005 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2005-mehr-toleranz.jpg" title="In breiten Köpfen ist mehr Platz für Toleranz - große Version">große Version</a>)</div>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2005-transparent-polizei.jpg" title="Polizisten, wir wissen, was ihr mit unserem Gras macht - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2005-transparent-polizei-klein.jpg" alt="Polizisten, wir wissen, was ihr mit unserem Gras macht" width="241" height="161" /></a> Polizisten, wir wissen, was ihr mit unserem Gras macht (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2005-transparent-polizei.jpg" title="Polizisten, wir wissen, was ihr mit unserem Gras macht - große Version">große Version</a>)</div>
				<p>
					Je weniger Menschen wir motivieren konnten, sich für die Legalisierung zu engagieren, umso schwieriger wurde der Umgang mit den Behörden. Wer wie das Berliner Umweltamt die Millionenveranstaltung Loveparade zum Rückzug zwingt, der lacht über die Wünsche einer Handvoll Kiffer und so geschah 2005 das, was nie geschehen durfte.
				</p>
				<p>
					Wenige Tage vor der Parade unter dem Motto <strong>"Wir sind das Hanf!"</strong> verboten die Bürokraten die im Mauerpark geplante Abschlusskundgebung. Ohne Bühnen, ohne Nutzhanfareal, ohne Markt der Möglichkeiten und ohne Kinderland war die Hanfparade 2005 ein Trauerspiel.
				</p>
				<p>
					Einziger Lichtblick an diesem grauen Tag mit viel Polizei und nur rund 1.000 Demonstrierenden war eine spontane "Gegendemo", mit der "Drogenhändler"-Punks darauf hinwiesen, dass eine Legalisierung ihnen das Geschäft versaue.
				</p>
				<p>
					So erschreckend das verschwindend geringe Interesse der Kiffer an "ihrer Demo" für Außenstehende war, viel schlimmer empfanden wir Organisatoren die <strong>finanziellen Folgen der verbotenen Schlusskundgebung</strong>. Die Kombination aus neuen Verpflichtungen und alten Steuerschulden brachte das Bündnis Hanfparade, so hieß der Verein, der die Veranstaltung organisierte, an den Rand des Ruins. Ein Paukenschlag war nötig, falls es für Deutschlands dienstälteste Hanfdemo ein Morgen geben sollte.
				</p>
				<h2>To be continued...</h2>
				<p>
					Sicher wollt ihr nun wissen, was wir unternahmen, um das Bündnis Hanfparade und damit Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis zu retten. Nur Geduld - In den kommenden Tagen gibt es den dritten und letzten Teil meines Rückblicks auf meine liebste Freizeitverschwendung.
				</p>
				<h2>Mehr zum Thema "Hanfparade"</h2>
				<ul>
					<li><a href="http://www.hanfparade.de/" title="Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel">Cannabis ist Weltkultur - Hanfparade 2010</a> - Am Samstag 07.August beginnt die 14. Ausgabe Deutschlands größter Demonstration für die Legalisierung von Cannabis um 13:00 Uhr am Fernsehturm auf dem Berliner Alexanderplatz. Die Demo führt über Oranienstraße, Friedrichstraße und Unter den Linden zum Reichstag. Im Anschluss bis 22:00 Uhr Kundgebung mit Reden, Trucks, DJs, Livemusik und jeder Menge Infos.</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-1997-2000.html" title="Einer der Organisatoren von Deutschlands größter Legalisierungsdemo berichtet von den Hanfparaden der Jahre 1997 bis 2000">Meine Geschichte der Hanfparade 1997-2000</a> - Im ersten Teil dieser Artikelserien berichtete ich aus der Sicht eines der Organisatoren von Deutschlands größter Legalisierungsdemo über die Hanfparaden der Jahre 1997 bis 2000.</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2009-ziele-motivation-erfolge.html" title="Im Gespräch mit Georg Meier vom Uniradio Berlin erklärt Steffen Geyer das politische Anliegen und die Geschichte der Hanfparade. Außerdem beschreibt er, wie er sich die Legalisierung von Cannabis vorstellt.">Die Hanfparade - Ziele, Motivation und Erfolge</a> - Am 01.08.2009 erklärte ich im Gespräch mit Georg Meier vom Uniradio Berlin das politische Anliegen und die Geschichte der Hanfparade. Außerdem beschrieb ich, wie ich mir die Legalisierung von Cannabis vorstelle.</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/poster-hanfparade-2009-entwurf.html" title="Ich stelle mein Design für ein Hanfparadeposter zur öffentlichen Diskussion und erkläre, warum ich das Motiv -Verkehrszeichen- gewählt habe.">Entwurf für Poster zur Hanfparade 2009</a> - Am 27.05.2009 stellte ich mein Design für ein Poster zur Hanfparade 2009 zur öffentlichen Diskussion und erklärte, warum ich das Motiv -Verkehrszeichen- gewählt habe.</li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2001-2005-kommentare.html" title="Lesermeinung zu diesem Artikel veröffentlichen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2001-2005.html</link>
			<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 13:19:00 +0200</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">usualredant.de,2010-07-26:/drogen/hanfparade-2001-2005.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Meine Geschichte der Hanfparade 1997-2000</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					Am 07.August findet in Berlin die <a href="http://www.hanfparade.de/" title="Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis">14. Hanfparade</a> statt. Für die Augustausgabe des <a href="http://hanfjournal.de/" title="Kostenlose Monatszeitung für Cannabiskonsumenten">Hanf Journals</a> habe ich meine ganz persönliche Sicht auf die Geschichte Deutschlands größter Legalisierungsveranstaltung niedergeschrieben.
				</p>
				<div class="p-b-r"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-1997-legalize-it-joint.jpg" alt="Riesenjoint -Legalize it- auf der Hanfparade 1997" width="241" height="409" />"Legalize it" auf der Hanfparade 1997</div>
				<p>
					Für meine Leser habe ich zusätzlich noch meine ganz persönlichen Lieblingsbilder der langen Hanfparadengeschichte dazu gepackt :)
				</p>
				<h2>1997 - Legalisierung jetzt! Mit Hanf in die Zukunft</h2>
				<p>
					Als ich mich 1997 auf den Weg zur ersten Hanfparade machte, schien es als würde die <strong>Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel</strong> allerhöchsten noch bis Übermorgen auf sich warten lassen. Zehntausende strömten damals in die deutsche Hauptstadt, um dieses Gefühl des nahen Triumphs gemeinsam zu zelebrieren.
				</p>
				<p>
					<strong>"Legalisierung jetzt! Mit Hanf in die Zukunft"</strong> hieß die Losung des Tages, die wir nicht als politische Forderung sondern vielmehr als Beschreibung kommender Tage empfanden.
				</p>
				<h2>1998 - Der Kampf geht weiter</h2>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-1998-brandenburger-tor.jpg" title="Hanfparade 1998 Blick auf das Brandenburger Tor - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-1998-brandenburger-tor-klein.jpg" alt="Hanfparade 1998 Blick auf das Brandenburger Tor" width="241" height="165" /></a> Blick über die Hanfparade 1998 am Brandenburger Tor (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-1998-brandenburger-tor.jpg" title="Hanfparade 1998 Blick auf das Brandenburger Tor - große Version">große Version</a>)</div>
				<p>
					Auch ein Jahr später, mitten im Wahlkampf zwischen Zigarre und Birne ...ehm... Schröder und Kohl, glaubten wir fest daran, unser Schicksal selbst in den Händen zu halten. Das gerade in Kraft getretene Hanfsamenverbot betrachteten wir lediglich als letzte Zuckungen des sterbenden Repressionsapparats.
				</p>
				<p>
					<strong>"Der Kampf geht weiter"</strong> war damals das Motto der mit weit über 50.000 Teilnehmern größten Hanfparade. <strong>Fünfzigtausend Kiffer</strong> vereint und ohne Angst, wer sollte uns jetzt noch aufhalten?
				</p>
				<p>
					Großartige Zeiten waren das, von denen wir "Alten", den "Nachgeborenen" mit einer Träne im Auge und einem seligen Lächeln auf den Lippen erzählen.
				</p>
				<p>
					Als Schröder die Wahl gewonnen hatte und die Koalitionsverhandlungen für das erste Rot-Grüne Bündnis auf Bundesebene begannen, wurde schnell klar - <strong>Das Schicksal der 4 Millionen deutschen Kiffer ist für SPD und Bündnis 90/ Die Grünen nicht mehr als "Verhandlungsmasse".</strong>
				</p>
				<p>
					Die Enttäuschung über die Untätigkeit der Menschen, die uns nur wenige Wochen vorher noch die Legalisierung versprachen, wog schwer. Nicht einmal das Samenverbot wollten Schily und Co wieder aufheben! Schock und Wut waren damals die vorherrschenden Reaktionen der Hanfszene.
				</p>
				<h2>1999 - Mit Hanf in die Zukunft</h2>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-1999-transparente.jpg" title="Ein Meer von Transparenten auf der Hanfparade 1999 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-1999-transparente-klein.jpg" alt="Zahlreiche Transparente auf der Hanfparade 1999" width="241" height="163" /></a> Ein Meer von Transparenten auf der Hanfparade 1999 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-1999-transparente.jpg" title="Ein Meer von Transparenten auf der Hanfparade 1999 - große Version">große Version</a>)</div>
				<p>
					Doch wir glaubten weiter fest daran, dass unser Engagement den Unterschied machen kann. Immerhin wollte Rot-Grün noch ein paar Jahre an der Macht bleiben. Wir mussten sie also nur immer und immer wieder an ihre Versprechen erinnern und die Zeiten würden hanfiger werden.
				</p>
				<p>
					Wir wollten weiter <strong>"Mit Hanf in die Zukunft"</strong>, auch wenn dies Tag für Tag weniger wie eine Gewissheit und ein bisschen mehr nach Wunschtraum klang.
				</p>
				<p>
					Nach der Euphorie der ersten Jahre schmeckte 1999 doppelt bitter. Dazu trug auch das große Sterben bei, das in Folge des Verbots des lukrativen Samenhandels unter den Headshop in Stadt und Land grassierte. Der Geldbeutel saß bei Hanffreunden längst nicht mehr so locker, das merkte man auch der Hanfparade an, die erstmals auf eine große Bühne verzichten musste.
				</p>
				<h2>2000 - Legalize it globally!</h2>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2000-verlogener-politiker.jpg" title="Was würden sie wählen... Hanfparade 2000 - große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2000-verlogener-politiker-klein.jpg" alt="Was würden sie wählen... Hanfparade 2000" width="241" height="235" /></a>
					<p>
						<q title="Transparent auf der Hanfparade 2000">Was würden Sie wählen, wenn sie die Wahl hätten, zwischen einem anständigen Joint und einem verlogenen Politiker?</q>
					</p>
					Clevere Frage auf der Hanfparade 2000 (<a href="http://usualredant.de/images/drogen/hanfparade-2000-verlogener-politiker.jpg" title="Was würden sie wählen... Hanfparade 2000 - große Version">große Version</a>)
				</div>
				<p>
					<em>"Wem des eigen Haus zu eng, den zieht es in die Fremde"</em> und so setzte die Hanfparade im Jahr 2000 auf die Unterstützung internationaler Aktivisten und Sponsoren.
				</p>
				<p>
					<strong>"Legalize it globally!"</strong> hatten wir uns auf die Fahnen geschrieben und diesseits wie jenseits des großen Teichs Gleichgesinnte gefunden. Mit frischem (Niederländischen und Schweizer) Geld und neuen (US-amerikanischen und Kanadischen) Ideen wollten wir das Jahrhundert des Hanfs einläuten.
				</p>
				<p>
					Ein Ereignis wurde die Parade - Leider jedoch erst durch einen Sturm, der sich das Prädikat "Jahrhunderhagel" redlich verdiente, indem er mit golfballgroßen Geschossen in wenigen Minuten die komplette Bühnentechnik zerstörte.
				</p>
				<p>
					Immerhin sorgten die weit geöffneten Himmelsschleusen nebenbei für einen der ganz besonderen Momente der Hanfparadegeschichte. Getrieben von Wind, Hagel und Regen flüchteten die Besucher scharenweise in die einzigen überdachten Objekte weit und breit. Nie wieder waren deutsche Kiffer so froh Polizisten und ihre Fahrzeuge zu sehen.
				</p>
				<h2>To be continued...</h2>
				<p>
					Die Geschichte der Hanfparade war im Jahr der großen Zwei noch lange nicht an ihrem Ende. In den kommenden Tagen gibt es den nächsten Teil meines Rückblicks auf meine liebste Freizeitverschwendung.
				</p>
				<h2>Mehr zum Thema "Hanfparade"</h2>
				<dl>
					<dt><a href="http://www.hanfparade.de/" title="Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel">Cannabis ist Weltkultur - Hanfparade 2010</a></dt>
					<dd>Am Samstag 07.August beginnt die 14. Ausgabe Deutschlands größter Demonstration für die Legalisierung von Cannabis um 13:00 Uhr am Fernsehturm auf dem Berliner Alexanderplatz. Die Demo führt über Oranienstraße, Friedrichstraße und Unter den Linden zum Reichstag. Im Anschluss bis 22:00 Uhr Kundgebung mit Reden, Trucks, DJs, Livemusik und jeder Menge Infos.</dd>
					<dt><a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2009-ziele-motivation-erfolge.html" title="Im Gespräch mit Georg Meier vom Uniradio Berlin erklärt Steffen Geyer das politische Anliegen und die Geschichte der Hanfparade. Außerdem beschreibt er, wie er sich die Legalisierung von Cannabis vorstellt.">Die Hanfparade - Ziele, Motivation und Erfolge</a></dt>
					<dd>Am 01.08.2009 erklärte ich im Gespräch mit Georg Meier vom Uniradio Berlin das politische Anliegen und die Geschichte der Hanfparade. Außerdem beschrieb ich, wie ich mir die Legalisierung von Cannabis vorstelle.</dd>
					<dt><a href="http://usualredant.de/drogen/poster-hanfparade-2009-entwurf.html" title="Ich stelle mein Design für ein Hanfparadeposter zur öffentlichen Diskussion und erkläre, warum ich das Motiv -Verkehrszeichen- gewählt habe.">Entwurf für Poster zur Hanfparade 2009</a></dt>
					<dd>Am 27.05.2009 stellte ich mein Design für ein Poster zur Hanfparade 2009 zur öffentlichen Diskussion und erklärte, warum ich das Motiv -Verkehrszeichen- gewählt habe.</dd>
				</dl>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-1997-2000-kommentare.html" title="Lesermeinung zu diesem Artikel veröffentlichen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/hanfparade-1997-2000.html</link>
			<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 13:53:10 +0200</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">usualredant.de,2010-07-22:/drogen/hanfparade-1997-2000.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Taliban gegen Taliban - (Nicht)Raucherkrieg in Bayern</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					Es kommt (zum Glück) selten vor, dass eine politische Entscheidung der bayerischen Bevölkerung quer durch die Republik mit lauten Hurrarufen honoriert wird. Das erfolgreiche <strong>Volksbegehren "Leben und Leben lassen - für echten Nichtraucherschutz in Bayern"</strong> war einer dieser raren Momente.
				</p>
				<div class="p-b-r"><a href="http://www.nichtraucherschutz-bayern.de/fileadmin/user_upload/Bilder/presse_print/frankenberger_2.JPG" title="Sebastian Frankenberger, Sprecher der Initiative -Ja zum Nichtraucherschutz- Große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/sebastian-frankenberger-ja-zum-nichtraucheerschutz.jpg" alt="Sebastian Frankenberger, Sprecher der Initiative -Ja zum Nichtraucherschutz-" width="241" height="168" /></a> Sebastian Frankenberger, Sprecher der Initiative "Ja zum Nichtraucherschutz"</div>
				<p>
					Mehr als 2 Millionen Bayern (61 Prozent der rund 3,5 Millionen abgegebenen Stimmen) unterstützten die von der "<a href="http://www.nichtraucherschutz-bayern.de/" title="Webseite des Nichtraucherschutz-Bündnisses">Interessengemeinschaft Volksbegehren Nichtraucherschutz</a>" eingereichte Initiative. Ihre Gegner, organisiert im Bündnis "<a href="http://www.bayern-sagt-nein.de/" title="Webseite der Anti-Volksbegehren-Initiative">Bayern sagt Nein</a>", konnten lediglich 1,2 Millionen Wähler mobilisieren.<br />
					Die Überwiegende Bevölkerungsmehrheit blieb der Abstimmung fern. Lediglich 37,7 Prozent der 9,4 Millionen Wahlberechtigten wollte über die Verschärfung des Nichtraucherschutzgesetzes entscheiden.
				</p>
				<h2>Tabaklobby vs. Gesundheitsapostel - Wer kämpft gegen wen?</h2>
				<p>
					Für Außenstehende war es in den vergangenen Wochen schwer, im Dschungel wechselseitiger Verleumdungen und Diskreditierung, die den Wahlkampf rund um das Volksbegehren begleitete, den Überblick über die "Hintermänner" der beiden Initiatoren Sebastian Frankenberger (Ja zum Nichtraucherschutz) und Franz Bergmüller (Bayern sagt Nein) zu behalten. Jeder warf dem anderen vor, Gelder dubioser Unternehmen zu erhalten.<br />
					Bergmüller sei eine Marionette der Tabaklobby, hieß es. Frankenberger hänge am Tropf der Pharmariesen, so die prompte Antwort.
				</p>
				<p>
					"<a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1215898/" title="Radiobeitrag des Deutschlandfunkd vom 01.07.2010">Viel Geld für viel Rauch</a>" titelte der Deutschlandfunk den Versuch die Gemengelage zu sortieren. <q title="aus dem Radiobeitrag -Viel Geld für viel Rauch-">Aber trotz stattlicher Summen im Hintergrund: Es ist ein ausgeglichener Kampf zwischen dem Ja- und dem Nein-Lager.</q> resümiert Michael Watzke im DLF.
				</p>
				<div class="p-b-r"><a href="http://www.bayern-sagt-nein.de/getfile.php?id=285" title="Franz Bergmueller, Sprecher und Initiator -Bayern sagt Nein!- Große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/franz-bergmueller-bayern-sagt-nein.jpg" alt="Franz Bergmueller, Sprecher und Initiator -Bayern sagt Nein!-" width="241" height="361" /></a> Franz Bergmueller, Sprecher und Initiator "Bayern sagt Nein!"</div>
				<p>
					Auch ohne einen Blick hinter die Kulissen ist die Liste der "Unterstützer" auf beiden Seiten erfurchtgebietend.
				</p>
				<p>
					Die Interessengemeinschaft Volksbegehren Nichtraucherschutz benennt <strong>ÖDP, Bündnis 90/Die Grünen, SPD</strong> und die Familienpartei als "<a href="http://www.nichtraucherschutz-bayern.de/buendnispartner.html" title="Übersicht über die Unterstützer der Nichtraucherschutzkampagne">Hauptorganisatoren</a>". Mindestens 30 <strong>Vereine, Sport- und Ärzteverbände</strong> unterstützen <q title="Von der Webseite der Interessengemeinschaft">das Volksbegehren tatkräftig</q>, darunter die Deutsche Krebshilfe und der Bayerische Landes-Sportverband mit seinen fast 4,4 Millionen Mitgliedern.
				</p>
				<p>
					Auch beim Blick auf die <a href="http://www.bayern-sagt-nein.de/page.php?id=13&amp;np=MV8x" title="Übersicht über die Unterstützer der Kampagne -Bayern sagt Nein-">Liste der Rauchverbotsgegner</a> wird schnell klar, dass hier geklotzt und nicht gekleckert werden soll. Diverse Brauereien, die <strong>Vereinigungen von Gastronomen, Schaustellern und Festwirten</strong>, vier Vertreter der <strong>Tabakindustrie und die Bayernpartei</strong> weist "Bayern sagt Nein" auf seiner Webseite als Initiatoren aus.<br />
					Dazu kommen mehr als <a href="http://www.facebook.com/pages/Bayern-Sagt-Nein/106265879394144" title="FAcebookseite von -Bayern sagt Nein-">15.500 UnterstützerInnen auf Facebook</a>. Die <a href="http://www.facebook.com/pages/Volksbegehren-Fur-echten-Nichtraucherschutz/77572014149" title="Facebookseite der Initiative Volksbegehren Nichtraucherschutz">Nichtraucherschützer</a> brachten die sozial Vernetzten beinahe doppelt so oft dazu, "Gefällt mir" zu klicken (aktuell 30.535).
				</p>
				<h2>Gesundheitsschutz oder Verbotsstaat - Worum geht es?</h2>
				<p>
					Nüchtern betrachtet hat am vergangenen Sonntag das bayerische Volk darüber entschieden, ob eine <a href="http://www.nichtraucherschutz-bayern.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/entwurfdesvb-gesetzes.pdf" title="Entwurf des neuen Gesundheitsschutzgesetztes für Bayern">Klausel des geltenden Gesundheitsschutzgesetzes</a> gestrichen wird.
				</p>
				<blockquote title="Erklärungen der Initiatoren zum Gesetzentwurf des Volksentscheides">
					<p>
						Der Gesetzentwurf des Volksentscheides unterscheidet sich von dem Wortlaut des bayerischen Gesundheitsschutzgesetzes in der Fassung vom 12.12.2007 nur in einem Punkt. Diese Änderung betrifft Art. 2 Nr. 8: Die Klausel "soweit [die Gaststätten] öffentlich zugänglich sind" wird ersatzlos gestrichen. Damit entfällt die Rechtsgrundlage für die Einrichtung von Raucherclubs.
					</p>
					<p><span>Erklärungen der Initiatoren zum Gesetzentwurf</span></p>
				</blockquote>
				<p>
					Ab dem 01. August gibt es demnach <strong>keine Ausnahmeregeln</strong> für kleine Eckkneipen (Einraumgastronomie mit überwiegendem Getränkeangebot), Raucherclubs und Festzelte. Lediglich auf dem diesjährigen Oktoberfest darf noch einmal im Bierzelt geraucht werden.
				</p>
				<p>
					Dank der weit weniger nüchtern argumentierenden Presse konnte man jedoch den Eindruck gewinnen, die Bayern hätten wahlweise "hunderte Todesopfer durch Passivrauchen verhindert" oder "tausende Gastwirte in den Ruin getrieben".
				</p>
				<p>
					Die Initiatoren sind an der überspitzten Darstellung in den Medien mitschuldig. <q title="aus der Presseerklärung des Bündnisses -Bayern sagt Nein- zum Abstimmungsergebnis">Damit sind wir nun im Verbotsstaat angekommen</q> erklärte Franz Bergmüller am "Tag danach". Sein ÖDP-Pendant Frankenberger verkündete: <q title="Titel der Presseerklärung der Initiative -Ja zum Nichtraucherschutz- zum Abstimmungsergebnis">Dieser Sieg ist ein Sieg des Volkes!</q>.
				</p>
				<h2>Wo Rauch ist, ist auch Feuer - Was passiert jetzt?</h2>
				<p>
					Die Entscheidung der bayerischen Wähler für einen konsequenteren Nichtraucherschutz wird derzeit weit über die Grenzen des Freistaats hinaus diskutiert. Ihre Befürworter sehen die Chance, im <strong>Rest der Republik ähnliche Initiativen</strong> zu gewinnen.
				</p>
				<p>
					So nutzte die ÖDP das Medieninteresse um den Start einer <a href="http://www.welt.de/die-welt/regionales/hamburg/article8328828/Volksinitiative-fuer-Rauchverbot-auch-in-Hamburg.html" title="Bericht der Welt über den Start der Hamburger Nichtraucherinitiative">analogen Kampagne in Hamburg</a> zu bewerben und die designierte niedersächsische Minderheitsregierungschefin Hannelore Kraft (SPD) befleißigte sich zu erklären, man habe sowieso vor gehabt, im Rahmen der Koalitionsvereinbarung "über dieses Thema zu sprechen".
				</p>
				<p>
					Die <strong>Rauchverbotsgegner wirken weniger organisiert</strong>. Auf überregionale Strukturen wie sie die an "Ja zum Nichtraucherschutz" beteiligten Parteien besitzen, kann (und will) "Bayern sagt Nein" nicht zurückgreifen. Auf "ihren Bergmüller" werden der Bundesverband der Zigarettenindustrie und die anderen Gegen-Initiatoren im Kampf um Hamburg oder Hannover nicht zurückgreifen können.
				</p>
				<p>
					Es geht aber längst um mehr als verqualmte Kneipen. Ähnlich den sich heimtückisch verbreitenden Schwaden passiven Tabakrauchs, greift die <strong>Diskussion über das Für und Wider strengerer Nichtraucherregeln</strong> auf andere Politikbereiche über. So <a href="http://julia-seeliger.de/rauchverbot-die-grunen-nannys/2" title="Artikel von Julia Seeliger über das Abstimmungsergebniss und das Verhalten der Grünen">beschwerte sich Julia Seeliger</a> angesichts der Bündnisgrünen Unterstützung für das <q title="aus dem Blogbeitrag -Rauchverbot: Die grünen Nannies-">totale Rauchverbot</q> bitterlich über mangelhaftes Freiheitsverständnis ihrer Grünen Parteifreunde.
				</p>
				<blockquote title="Aus dem Artikel -Rauchverbot: Die Grünen Nannies- von Julia Seeliger">
					<p>
						Dieser ganze Quatsch, den die Nannies da regelmäßig veranstalten, ist nicht durch Beschlüsse auf Bundesebene gedeckt. Bei den Netzsperren nicht, und bei der Anti-Rauch-Intiative auch nicht.<br />
						...<br />
						Es ist wohl eher eine tiefsitzende Einstellung des "Ich kann es besser und helfe deinem schwachen Fleisch mit einem Verbot". Was mehr und mehr nervt.
					</p>
					<p><span>Aus "Rauchverbot: Die Grünen Nannies" von Julia Seeliger</span></p>
				</blockquote>
				<p>
					Es scheint im öffentlichen Diskurs immer <strong>weniger um den Gesundheitsschutz der Nichtraucher</strong> und dafür mehr und mehr um den <strong>zulässigen Grad der Selbstschädigung durch die individuelle Lebensgestaltung</strong> zu gehen. Wesentlich spannender als die Frage nach der "richtigen Menge Verbot" wird wohl die Frage nach der "richtigen Menge Überwachung des Verbots" werden. Und wer, wen, wann und in wessen Auftrag überwacht und straft, das sucht man im Initiativtext vergeblich.
				</p>
				<p>
					Welche Auswirkungen der Willen der bayerischen Wähler auf das Leben der (Nicht-)Raucher und Gastwirte haben wird, ist zweifelhaft. Die realpolitische Tragweite der Wählerentscheidung wird aus meiner Sicht von beiden Fraktionen bewusst überschätzt...<br />
					Aber das diskutieren wir ein anderes Mal, ich rauch jetzt erstmal ne Zigarette :)
				</p>
				<h2>Mehr zum Thema "Nichtraucherschutz"</h2>
				<ul>
					<li>Auf der Webseite des bayerischen Wahlleiters findet ihr umfangreiche Informationen über das Abstimmungsverhalten beim <a href="http://www.volksentscheid2010.bayern.de/" title="Bayerischer Wahlleiter - Informationen zum Volksbegehren 2010">Volksbegehren 2010</a></li>
					<li>Die <a href="http://www.oedp.de/" title="Webseite der ÖDP">Ökologisch-Demokratische Partei (ödp)</a> gilt als treibende Kraft hinter der Nichtraucherinitiative.</li>
					<li>Der Deutschlandfunk beleuchtete die beiden "Kampfhähne" und ihre Finanzies. Der Beitrag "<a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1215898/" title="Radiobeitrag des Deutschlandfunkd vom 01.07.2010">Viel Geld für viel Rauch</a>" ist sehr hörenswert und auch als Transscript verfügbar.</li>
					<li>Informationen der WikiPedia über Risiken und Gesundheitsschäden durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Passivrauchen" title="Informationen der WikiPedia über das Passivrauchen">Passivrauchen</a></li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/raucherkrieg-in-bayern-kommentare.html" title="Lesermeinung zu diesem Artikel veröffentlichen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/raucherkrieg-in-bayern.html</link>
			<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 11:35:00 +0200</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">usualredant.de,2010-07-07:/drogen/raucherkrieg-in-bayern.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Legalisieren? Ich kiff doch gar nicht!</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					<strong>Mehr als 130.000 Mal wurden im Jahr 2009 von deutschen Polizisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) festgestellt, bei denen es lediglich um Cannabis ging.</strong>
				</p>
				<div class="http://usualredant.de/p-b-r"><a href="http://www.hanfparade.de/component/content/article/59-flyer.html" title="http://usualredant.de/Flyer und Poster der Hanfparade 2010 - Druckvorlage und Bestellmöglichkeiten"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/flyer-hanfparade-2010-front.jpg" alt="http://usualredant.de/Flyer der Hanfparade 2010 - Vorderansicht" width="http://usualredant.de/241" height="http://usualredant.de/338" /></a> Flyer der <a href="http://www.hanfparade.de/" title="http://usualredant.de/Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel">Hanfparade 2010</a></div>
				<p>
					Die Regierung, allen voran Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans (FDP), war bei der Vorstellung dieser Zahlen im Rahmen der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) bemüht, dies als Erfolg zu verkaufen.
				</p>
				<p>
					In Wahrheit zeigen die Zahlen (102 096 Fälle von Cannabisbesitz, 27 823 Mal Cannabishandel, 1 044 Mal Cannabiseinfuhr) nicht mehr und nicht weniger als <strong>das Scheitern des fast 40 Jahre dauernden Prohibitionsexperiments</strong>.
				</p>
				<p>
					Die (nichtkiffende) Bevölkerungsmehrheit ist überzeugt, das Verbot sei unumgänglich und würde Schlimmeres verhindern. Ihr eigenes Leben sehen sie von der <strong>Jagd auf die 4 Millionen Cannabiskonsumenten</strong> des Landes nicht betroffen. Dabei leisten wir alle unseren Beitrag zur Kifferhatz. <strong>Jeder! Und zwar täglich!</strong>
				</p>
				<p>
					<em>"Ich hab doch nix gegen Kiffer?"</em> wird der eine oder andere Leser jetzt empört einwerfen wollen und dies mag im Privaten sogar der Wahrheit entsprechen, wenn auch meine persönlichen Erfahrungen mit den <strong>vielfältigen Kifferklischees der wohlmeinenden Bevölkerungsmehrheit</strong> eher dagegen sprechen. Doch selbst wer nicht selbst gegen Cannabiskonsumenten aktiv wird, ist Teil des Kriegs gegen Drogen.
				</p>
				<h2>Wieviel zahlst du für die Kifferjagd?</h2>
				<p>
					Wir alle, sogar wir Wenigen, die wir aktiv für eine Legalisierung streiten, bezahlen Polizisten, Staatsanwälte und Richter dafür, dass der Krieg gegen Cannabis weiter geht. Vom Bürokratiemonster Nutzhanfanbaugenehmigungsverfahren bis zum Polizeiknüppel, vom Drogenspürhund bis zu den Inhaftierungskosten kommt da so einiges zusammen - <strong>Mindestens 2 Milliarden Euro</strong> (2.000.000.000!!!) Jahr für Jahr. Und das ist längst noch nicht alles.
				</p>
				<p>
					Wenigstens genauso viel Geld lassen wir Steuerzahler uns durch die Lappen gehen! Jedes verkaufte Gramm, und deutsche Kiffer verbrauchen mindestens 400.000.000 Gramm Haschisch und Marihuana pro Jahr, würde in einem <strong>legalen Hanfmarkt mit Genussmittel- und Mehrwertsteuer</strong> zum Gemeinwohl beitragen. Legale Hanfhändler und ihre Angestellten sowie die wohl mehr als zehntausend "Drogenhanf"bauern ihren Teil zu Renten-, Arbeitslosigkeits- und Krankenversicherung betragen.
				</p>
				<p>
					Mit dem verschenkten Geld, insgesamt mindestens 4-5 Milliarden Euro pro Jahr, könnte man den Etat des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend glatt verdoppeln!<br />
					Stattdessen lassen wir <strong>jeden Tag mehr als 12 Millionen Euro in der Schattenwirtschaft</strong> versickern. Geld, dass Kindergartenplätze bezahlen könnte, wird so in Hände gegeben, die auch im Waffen- und Menschenhandel stecken.
				</p>
				<p>
					Statt in saubere Schulen und motivierte Pädagogen investiert unsere Gesellschaft in Gangster, Gangs und Unterdrückung.
				</p>
				<div class="http://usualredant.de/p-c"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/leittransparent-hanfparade-2008.jpg" title="http://usualredant.de/Leittransparent der Hanfparade 2008 - Große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/leittransparent-hanfparade-2008-klein.jpg" alt="http://usualredant.de/Leittransparent der Hanfparade 2008 - kleine Version" width="http://usualredant.de/600" /></a> Jugendschutz, Verbraucherschutz, Legalisierung - Leittransparent der Hanfparade 2008</div>
				<h2>Humanitäre Katastrophe Hanfverbot</h2>
				<p>
					Die Frage nach der Legalisierung von Cannabis ist aber nicht nur eine finanzielle - sie ist vor allem eine <strong>humanitäre!</strong>
				</p>
				<p>
					In den knapp fünf Dekaden seines Bestehens hat das laute Schweigen der nichtkiffenden Bevölkerungsmehrheit wesentlich zur stetigen Eskalation des Kriegs gegen Drogen beigetragen. Inzwischen <strong>sterben jedes Jahr tausende Menschen</strong> bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Drogenproduzenten/-händlern und ihren Jägern.<br />
				</p>
				<p>
					Die wenigsten Opfer des "Kriegs gegen Drogen" waren selbst Täter - vielfach sind sie lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort.
				</p>
				<p>
					<strong>Die (Cannabis)Prohibition tötet, sie zerstört Existenzen, zerschlägt Familien, vernichtet mit wachsender Geschwindigkeit materielle wie immaterielle Werte.</strong> Und wofür?
				</p>
				<p>
					Um erwachsene Menschen daran zu hindern, ein vergleichsweise harmloses Genussmittel zu konsumieren? Eine Droge zu nutzen, an der noch nie jemand starb? Um ein Verhalten zu ächten, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzer von allein wieder aufgibt, wenn Karriere und Familie wichtiger werden? Etwas zu verbieten, dass jeder siebte Europäer tat oder tut?
				</p>
				<p>
					Wir leben in einer Demokratie und sind zurecht stolz darauf. Denn Demokratie heißt, das Recht auf eine freie Wahl zu haben. 
				</p>
				<p>
					Unsere Drogenpolitik könnte freilich auch aus dem dunklen Alptraum eines Kim Jiong-il stammen. Was der einzig richtige Rausch ist, das bestimmen "die da oben". <strong>Wir Bürger sind zwar alt genug zu wählen und Steuern zu bezahlen, alt genug um in "umgangssprachlichen Kriegen" unser Leben zu verlieren, aber über den eigenen Körper entscheiden dürfen wir nicht.</strong>
				</p>
				<p>
					Was uns gut tut und was uns schadet, dass weiß "Mama Merkel" viel besser als wir. Immerhin wird sie von Fachleuten und Spezialisten beraten oder nicht?
				</p>
				<h2>Drogenjäger ohne Fachwissen</h2>
				<p>
					Wissen sie wann zuletzt ein Fachpolitiker das Amt des Bundesdrogenbeauftragten inne hatte? Der letzte Suchtexperte in der Führungsriege des Gesundheitsministeriums? Raten sie mal? 1998, ´90, ´82? 
				</p>
				<div class="http://usualredant.de/p-b-r"><a href="http://www.dyckmans.de/" title="http://usualredant.de/Private Webseite von Mechthild Dyckmans (FDP)"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/mechthild-dyckmans-fdp.jpg" alt="http://usualredant.de/Mechthild Dyckmans (FDP) - Drogenbeauftragte der Bundesregierung" width="http://usualredant.de/241" height="http://usualredant.de/338" /></a> <a href="http://www.dyckmans.de/" title="http://usualredant.de/Private Webseite von Mechthild Dyckmans (FDP)">Mechthild Dyckmans (FDP)</a> - <a href="http://www.bmg.bund.de/nn_1191726/DE/Drogen-und-Sucht/Drogenbeauftragte/drogenbeauftragte__node.html?__nnn=true" title="http://usualredant.de/Informationen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung - Webseite BMG">Drogenbeauftragte der Bundesregierung</a></div>
				<p>
					In Wahrheit waren <strong>schon an der Entstehung des Betäubungsmittelgesetzes 1970/71 kaum Profis beteiligt</strong>. Und mit seiner Durchsetzung und Ausgestaltung werden seit fast vier Jahrzehnten zumeist jene beauftragt, die sonst auch keine besonderen Fähigkeiten haben.
				</p>
				<p>
					Um es klar zu sagen - nicht alle Drogenbeauftragten waren schlecht, nicht alles was von amtlicher Seite über Cannabis &amp; Co. verlautbart wird, entbehrt jeglicher fachlicher Grundlage, aber:
				</p>
				<p>
					<strong>Kein Mensch würde einen Klempner rufen, wenn der Computer spinnt</strong> und doch leisten wir Deutschen es uns, dass <strong>eine Verwaltungsrichterin ohne suchtpolitisches Hintergrundwissen</strong> über die "richtige" Präventionsstrategie entscheidet; dass die <strong>Pharmalobby in der Drogenpolitik mehr zu sagen hat, als der gesunde Menschenverstand</strong> und dass über das Wohl und Wehe der Millionen Konsumenten vor allem jene Entscheiden, die von ihrer Verfolgung profitieren.
				</p>
				<p>
					Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben! Alle freiheitsliebenden Menschen - egal ob Konsument, Angehöriger oder "ganz normaler Biertrinker" - alle denen <strong>Vernunft wichtiger ist als Ideologie</strong> und alle die sich über die Möglichkeiten der Kulturpflanze Hanf informieren wollen, rufe ich dazu auf, sich an der <a href="http://www.hanfparade.de/" title="http://usualredant.de/Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel">Hanfparade</a> zu beteiligen.
				</p>
				<h2>Mehr zum Thema "Legalisierung von Cannabis"</h2>
				<ul>
					<li><a href="http://www.hanfparade.de/" title="http://usualredant.de/Deutschlands größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel">Cannabis ist Weltkultur - Hanfparade 2010</a> - Samstag 07.August, Start 13:00 Uhr am Fernsehturm auf dem Berliner Alexanderplatz; Demo über Oranienstraße, Friedrichstraße und Unter den Linden. Im Anschluss bis 22:00 Uhr Kundgebung am Brandenburger Tor mit Reden, Trucks, DJs, Livemusik, Infos und Hanfmarkt</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/hanfparade-2009-ziele-motivation-erfolge.html" title="http://usualredant.de/Im Gespräch mit Georg Meier vom Uniradio Berlin erklärt Steffen Geyer das politische Anliegen und die Geschichte der Hanfparade. Außerdem beschreibt er, wie er sich die Legalisierung von Cannabis vorstellt.">Die Hanfparade - Ziele, Motivation und Erfolge</a> vom 01.08.2009 - Im Gespräch mit Georg Meier vom Uniradio Berlin erklärt Steffen Geyer das politische Anliegen und die Geschichte der Hanfparade. Außerdem beschreibt er, wie er sich die Legalisierung von Cannabis vorstellt.</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/tagesrausch/2009-02-08-legalisierung-von-cannabis-was-tun.html" title="http://usualredant.de/Beschreibt drei einfache Schritte, die jeder gehen kann um die Legalisierung von Cannabis zu unterstützen - Finanzieren, Mobilisieren und Diskutieren!">Legalisierung - Was kann ich tun?</a> vom 08.02.2009 - Drei einfache Schritte, die jeder gehen kann, um die Legalisierung von Cannabis zu unterstützen - Finanzieren, Mobilisieren und Diskutieren!</li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/legalisieren-ich-kiff-doch-gar-nicht-kommentare.html" title="Die Lesermeinungen zu diesem Artikel ansehen und einen eigenen Kommentar hinterlassen" id="comment">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/legalisieren-ich-kiff-doch-gar-nicht.html</link>
			<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 13:03:40 +0200</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">usualredant.de,2010-07-03:/drogen/legalisieren-ich-kiff-doch-gar-nicht.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Die 10 Gebote hedonistischer Drogenpolitik</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					Vom 10.-13. Juni fand im beschaulichen Kaulitz der erste <a href="http://weltkongress.wordpress.com/" title="(Un)Konferenz, die Vernetzung fördern und neue
	Perspektiven des Protests eröffnen will">Weltkongress der Hedonistischen Internationale</a> statt. Ziel dieser (Un)Konferenz war es, hedonistische Einzelkämpfer und Gruppen zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven des Protests zu eröffnen.
				</p>
				<div class="p-b-r"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/die-zehn-gebote.jpg" alt="Die Zehn Gebote - Szene aus dem gleichnamigen Film" width="241" height="300" /> Steffen Geyer auf dem Hedonistischen Weltkongress (dramatisierte Darstellung)</div>
				<p>
					Im Rahmen des Weltkongresses fanden zahlreiche <strong>Vorträge und Workshops über Protest, Party und Action</strong> statt. Auch ich durfte mich beteiligen.
				</p>
				<p>
					Ich entschied mich für einen Vortrag mit dem Thema: "<strong>Keine Befreiung ohne Berauschung</strong> - Hedonistische Drogenpolitik für Revolutionäre"
				</p>
				<p>
					Ausgehend von ein paar grundlegenden Begriffsdefinitionen, hatte ich mir das Ziel gesetzt, mit meinem Vortrag eine Diskussion über <strong>hedonistische Alternativen zum "Krieg gegen Drogen"</strong> anzustoßen.
				</p>
				<p>
					Um ausreichend Reibungsfläche zu bieten, formulierte meine Ideen in Anlehnung an die wohl einflussreichste Gesetzessammlung unseres Kulturkreises in Form von zehn "Geboten". Anders als das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Gebote" title="Informationen der WikiPedia über die zehn Gebote">jüdisch-christliche Vorbild</a> sind meine Gebote jedoch auch offiziell menschlichen Ursprungs und fordern nicht blinden Gehorsam, sondern Kritik und gemeinschaftliche Überarbeitung.
				</p>
				<h2>I. Alle Berauschten sind ungleich</h2>
				<p>
					Es heißt, man könne nicht zweimal im selben Fluss baden. Gleiches gilt auch für die Welt von Rausch und Ekstase. Die Kombination aus Drug, Set und Setting ist immer subjektiv und nicht reproduzierbar.
				</p>
				<p>
					Wer Drogenpolitik menschenfreundlich gestalten will, darf daher nicht über die Ekstasebedürfnisse anderer urteilen.
				</p>
				<h2>II. Du sollst den Rausch ehren</h2>
				<p>
					Rausch und Ekstase sind Wörter für einen substanz- bzw. verhaltensverursachten Zustand veränderter Wahrnehmung und Befindlichkeit. Sie "leben" von ihrer Besonderheit, von der Verschiedenheit vom Alltag.
				</p>
				<p>
					Hedonistische Drogenpolitik muss dem Rechnung tragen und darauf abzielen, dass Rauschzustände ihren Ereigniswert nicht durch allzu sorglose Integration in den normalen Tagesablauf verlieren. Wer will schon jeden Tag Kaviar essen?
				</p>
				<h2>III. Du sollst niemandem zum Rausch zwingen</h2>
				<p>
					Niemandem dürfen gegen seinen/ihren Willen berauschende Substanzen zugeführt werden. Ein Eingriff in die Körperchemie kann ebenso gravierende Folgen haben, wie äußere Verletzungen der körperlichen Selbstbestimmung.
				</p>
				<p>
					Hedonisten achten die Rechte des Gegenüber und schützen einander vor unbewusster Berauschung. Sie sind sich der Dynamik gemeinschaftlichen Konsums bewusst und akzeptieren ein "Nein".
				</p>
				<h2>IV. Du sollst die Rauschzustände anderer nicht missbrauchen</h2>
				<p>
					Die Wahrnehmungsveränderung durch den Konsum von Drogen führt mitunter zu einer Veränderung der Urteilsfähigkeit. Einige Konsumenten suchen den Kontrollverlust nach hohen Dosen bestimmter Substanzen sogar. Niemand hat das Recht solche "schwachen Momente" zum Schaden des Berauschten auszunutzen.
				</p>
				<p>
					Die Bandbreite der "Verletzungen der Würde des Berauschten" ist erstaunlich breit. Sie beginnt mit dem ungefragten Veröffentlichung vermeintlich lustiger Fotos betrunkener Freunde und reicht bis zu Vergewaltigungen und gewalttätigen Übergriffen auf hilflose Personen (Alkohol, GHB).
				</p>
				<p>
					Hedonisten lehnen den Missbrauch berauschter Personen ab, achten aufeinander und Helfen den Opfern substanzistischer und sexueller Gewalt.
				</p>
				<h2>V. Du sollst nicht Rauschen, wenn dies andere gefährdet</h2>
				<p>
					Nicht jeder Zeitpunkt und Ort ist geeignet ihm berauscht zu begegnen. Im Gegenteil ist es für ein harmonisches Miteinander unerlässlich, zu wissen, wann und wo man nüchtern sein sollte.
				</p>
				<p>
					Während der Schwangerschaft, im Straßenverkehr, beim Umgang mit Waffen und gefährlichen Maschinen ist Nüchternheit ebenso selbstverständlich wie wichtig. Auch dem Berufsleben und der Schule sollte man in aller Regel unberauscht ins Auge blicken.
				</p>
				<p>
					Hedonistische Drogenpolitik folgt dem Konzept "Punktnüchternheit verhindert Drittschädigung". Sie klärt über ungeeignete Konsumanlässe auf und achtet die Schutzbedürfnisse Dritter.
				</p>
				<h2>VI. Du sollst niemandem daran hindern, sich zu berauschen</h2>
				<p>
					Zwangsweise "rauschbefreite" Räume (z.B. rauchfreie Bahnhöfe), die über den Rahmen notwendiger Punktnüchternheit hinaus gehen, sind nicht geeignet die Risiken des Konsums von Drogen zu verringern. Sie schränken die Freiheit der Rauschwilligen unzulässig ein.
				</p>
				<p>
					Die Erfahrung lehrt, dass sich Maßnahmen zur Überwachung von Berauschungsverbotszonen vielfach gegen die nüchterne Mehrheit richten. Um sie von den "bösen" Konsumenten zu unterscheiden, werden die bürgerlichen Freiheiten aller Menschen beschnitten.
				</p>
				<p>
					Hedonisten regeln das menschliche Miteinander nicht durch Verbote, sondern durch Kommunikation. Rauschfreie Räume akzeptieren sie nur dann, wenn sie das Miteinander fördern.
				</p>
				<h2>VII. Du sollst nichts nehmen, dass du nicht kennst</h2>
				<p>
					Das Wissen um Wirkung, Nebenwirkung und Wechselwirkungen berauschender Substanzen (Stoffkunde), ihre richtige Dosierung und Applikation (Safer Use) sowie Maßnahmen bei Überdosierung und unerwünschten Effekten (Drogennothilfe) sind Grundvoraussetzung für selbstbestimmten und selbstbewussten Umgang mit Drogen. Ehrliche Präventionsarbeit muss auch erwünschte Wirkungen und Wirkmechanismen beinhalten.
				</p>
				<p>
					Die Aufklärung über Drogen sollte analog zur Sexualaufklärung bereits im Kindesalter beginnen. Oder würdest Du mit dem Gespräch über "Blumen und Bienen" warten, bis dein Kind den ersten Porno auf dem Handy hat?
				</p>
				<p>
					Hedonistische Drogenpolitik ist primär Aufklärungsarbeit. Ihr Ziel ist jedoch nicht das Nüchternheitsdogma der Prohibitionisten sondern der mündige Konsument.
				</p>
				<h2>VIII. Du sollst keine Drogen verbieten</h2>
				<p>
					"Guns don´t kill people, people do" - So umstritten der Werbespruch der US-amerikanischen Waffenlobby ist, so richtig ist er im Bereich Drogenpolitik. Nicht die Substanz entscheidet über Wohl und Wehe des Konsumenten, es ist das Konsummuster, die Art mit dem Stoff umzugehen, die aus euphorisierendem Freizeitvergnügen, Abhängigkeit und Suchterkrankungen wachsen lässt.
				</p>
				<p>
					Aus der Erkenntnis, dass es keine guten und bösen Drogen sondern nur mehr oder weniger riskante Konsummuster gibt, folgt der logische Schluss - Jede Unterteilung in legale (gesellschaftlich tolerierte) und illegalisierte (gesellschaftlich sanktionierte) Substanzen basiert auf persönlichen Moralvorstellungen und ist falsch.
				</p>
				<p>
					Hedonisten lehnen eine Unterscheidung zwischen tolerierten und sanktionierten Drogen ab. Sie akzeptieren selbstbestimmten Drogenkonsum unabhängig von der Substanz und bieten Hilfe zur Verhinderung oder Überwindung risikoreicher Konsummuster.
				</p>
				<h2>IX. Du sollst keine Lügen über Drogen verbreiten</h2>
				<div class="p-b-r"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/keine-luegen-ueber-drogen.jpg" alt="Keine Lügen über Drogen - Kampagne des Rumpelstilzchen Headshops in Würzburg" width="241" height="300" /> Keine Lügen über Drogen - Kampagne des <a href="http://www.rumpelstilzchen.com/" title="Rumpelstilzchen - Das Headshop-und Growfachgeschäft in Würzburg">Rumpelstilzchen Headshops</a> in Würzburg</div>
				<p>
					Die Verbreitung bewusster Falschinformationen über Drogen, Prohibitionspropaganda über die Folgen extremer Rauscherfahrungen und die Theorie von der durch "Einstiegsdrogen" vorgezeichneten Suchtkarriere haben dazu geführt, dass Präventionsbemühungen oft pauschal als unehrlich abqualifiziert wird.
				</p>
				<p>
					Nötige Warnungen und Hinweise auf echte Gefahren durch den Konsum berauschender Substanzen werden dadurch insbesondere von jungen Menschen nicht ernst genommen.
				</p>
				<p>
					Falsche Informationen über die vermeintliche "Sicherheit" des Konsums und "harmlose" Drogen, setzt Probierkonsumenten jedoch ebenso unnötigen Risiken aus. Beispielsweise ist Alkohol weit giftiger, als dies gemeinhin angenommen wird, was das Risiko tödlicher Vergiftungen erhöht.
				</p>
				<p>
					Hedonistische Präventionsarbeit muss die realen Risiken des Umgangs mit psychoaktiven Substanzen widerspiegeln. Sie darf Drogen weder verteufeln, noch zu ihrer Nutzung verleiten.
				</p>
				<h2>X. Es gibt keine Befreiung ohne Berauschung</h2>
				<p>
					Drogenpolitik ist mehr als die gesellschaftliche Diskussion über akzeptiertes und sanktioniertes Rauschverhalten und die verwendeten Substanzen. Sie ist Beispielhaft für die Frage, ob eine Gesellschaft Freiheiten eingrenzt (legale Möglichkeiten definiert) oder sich bemüht Schäden zu minimieren ohne Entfaltungsmöglichkeiten unnötig zu beschneiden.
				</p>
				<p>
					Hedonistische Drogenpolitik kämpft für die Ekstasebefreiung, weil die Freiheit über den eigenen Körper - die Freiheit sich (ohne Beeinträchtigung Dritter) zu berauschen - Grundlage der Freiheit der Gesellschaft ist. Das Miteinander ist stets nur so frei wie der Einzelne.
				</p>
				<p>
					<strong>Freiheit ist die Freiheit des anderen Konsumenten!</strong>
				</p>
				<h2>Mehr zum Thema "Drogenpolitik"</h2>
				<ul>
					<li>"<a href="http://blogs.taz.de/drogerie/2010/04/17/drogenpolitik_fuer_piraten/" title="Artikel von Steffen Geyer im TAZ-Blog Drogerie">Drogenpolitik für Piraten</a>" vom 17.04.2010 - Gemeinsam mit Hans Cousto (<a href="http://www.eve-rave.net/" title="Verein zur Förderung der Party- und Technokultur und die Minderung der Drogenproblematik">Eve &amp; Rave Berlin e.V.</a>) und Jan Ludewig habe ich mit Berliner Piraten daran gearbeitet, die suchtpolitische Lücke im Programm der Piratenpartei zu schließen.</li>
					<li>"<a href="http://usualredant.de/drogen/mehr-drogentote-durch-legalisierung.html" title="Warum schwankende Wirkstoffgehalte und Streckmittel mehr Drogenkonsumenten töten, als die Giftigkeit der Stoffe und welche Anteil die Abstinenzpolitik an der Zahl der Drogentoten hat.">Mehr Drogentote durch (Heroin-) Legalisierung?</a>" vom 11.12.2009 - Warum schwankende Wirkstoffgehalte und Streckmittel mehr Drogenkonsumenten töten, als die Giftigkeit der Stoffe und welche Anteil die Abstinenzpolitik an der Zahl der Drogentoten hat.</li>
					<li>"<a href="http://usualredant.de/tagesrausch/2009-02-04-wahlbetrug-reloaded.html" title="Am Beispiel des Antrags -Besitz und Anbau von Cannabis zum Eigengebrauch entkriminalisieren- stelle ich mir die Frage, wie glaubwürdig die Cannabispolitik von Bündnis 90/ Die Grünen ist.">Wie glaubwürdig ist Grüne Drogenpolitik?</a>" vom 04.02.2009 - Am Beispiel des Antrags "Besitz und Anbau von Cannabis zum Eigengebrauch entkriminalisieren" stelle ich mir die Frage, wie glaubwürdig die Cannabispolitik von Bündnis 90/ Die Grünen ist.</li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/10-gebote-hedonistischer-drogenpolitik-kommentare.html" title="Lesermeinung zu diesem Artikel veröffentlichen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/10-gebote-hedonistischer-drogenpolitik.html</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 17:13:57 +0200</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">usualredant.de,2010-06-29:/drogen/10-gebote-hedonistischer-drogenpolitik.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Polizisten sind (keine) Menschen!?</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					In den vergangenen Monaten hat die Intensität polizeilicher Maßnahmen gegen Cannabiskonsumenten, <dfn title="Menschen, die Cannabis für den eigenen Bedarf selbst, meist in der eigenen Wohnung, unter Kunstlicht anbauen">Homegrower</dfn> und politische Veranstaltungen zum Thema Legalisierung von Hanf in Berlin spürbar zugenommen. Besonders besorgniserregend war für viele Beteiligte das martialische Auftreten der Berliner Polizei auf dem Hanftag 2010.
				</p>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/fuckparade-2007.jpg" title="Bild Fuckparade 2007 große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/fuckparade-2007-small.jpg" alt="Indianerblick auf der Fuckparade 2007" width="241" height="161" /></a> Meisterschaft im Indianerblick auf der <a href="http://www.fuckparade.org/" title="Berliner Demonstration gegen die Kommerzialisierung der Party- und Technokultur">Fuckparade</a> 2007</div>
				<p>
					Angesichts der (Über)Macht grün-weißer Gewaltmonopolisten und der mit "<strong>antidemokratische Schikane</strong>" noch freundlich beschriebenen Durchsuchungspraxis wird in der Legalizeszene heftig über Sinn und Risiken etablierter Protestformen diskutiert. Einigkeit herrscht eigentlich nur darüber, dass (auch) neue Wege beschritten werden müssen.
				</p>
				<p>
					Die <strong>polizeiliche Radikalisierung</strong> führt leider dazu, dass die BeamtInnen verstärkt als "Feinde" betrachtet werden, denen mit "<strong>scharfen Waffen, statt stumpfen Worten</strong>" entgegengetreten werden "müsse".
				</p>
				<p>
					Beispielhaft für diese in meinen Augen beunruhigende Entwicklung möchte ich eine Email öffentlich beantworten, die mich per Kontaktformular erreichte.
				</p>
				<blockquote title="Kontaktanfrage an Steffen Geyer">
					<p>
						Hallo Steffen,<br />
						mache mir gerade ein wenig Sorgen ob die Freiheitsberaubung, die bei dir annehmlicherweise vollzogen wurden am 22.5. und bis heute anhalten könnte...
					</p>
					<p>
						Aber ich schreibe wegen einer Idee: Es beginnt die Festival Zeit und besonders bei Summerjam und Chiemsee Reggae Summer Festival wäre es gut, wenn wir den Leuten per Exessiv sagen, sie sollen alles auf Cam speichern, was an Unrecht seitens der Polizei widerfährt...<br />
						Wenn wir z.B. auf der Summerjam am Donnerstag schon Bilder von den jeweiligen Zivilbeamten machen, könnten wir sie direkt outen und somit könnte es für viele aus Bayern existenssichernd sein...
					</p>
					<p>
						Also die Grundidee war es, Cop Catcher zusammen zu trommeln. Bei der Summerjam haben wir Kommunikationsmöglichkeiten wie Trommeln, also könnte man ja ein Frühwarnsystem errichten.
					</p>
					<p>
						Hoffe ich strapaziere nicht deine Nerven mit meinen Einfällen und wünsch dir das, was du dir halt so wünschst :o)
					</p>
					<p>
						Grüne Grüße,<br />
						XXX
					</p>
				</blockquote>
				<p>
					Ola XXX!
				</p>
				<p>
					Zunächst - Es geht mir gut. Bin auf dem <a href="http://usualredant.de/tagesrausch/2010-05-20-hanftag-vs-flashsmoke.html" title="Eine Rückschau auf den Hanftag 2010 und Informationen über den ersten Smoke-In Flashmob in Berlin">FlashSmoke</a> nur für kurze Zeit verhaftet gewesen, weil man mir vor Ort nix konnte. Nichts desto trotz macht mir die Aktion bzw. die Reaktion der Polizei Bauchschmerzen und ich weiß nicht so recht, wie ich darauf reagieren soll.
				</p>
				<div class="p-b-r"><a href="http://usualredant.de/images/drogen/flashsmoke-mai-2010.jpg" title="Bild FlashSmoke Mai 2010 große Version"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/flashsmoke-mai-2010-small.jpg" alt="Durchsuchung auf dem 1. FlashSmoke in Berlin" width="241" height="140" /></a> Durchsuchung statt FlashSmoke<br />(Mai 2010)</div>
				<p>
					Insgesamt wird die Stimmung in Berlin immer unfreundlicher... Wir nähern uns leider dem Wahlkampf und die Staatsanwälte müssen sich potentiellen neuen "Herren" empfehlen. Das alte Spiel mit uns Kiffern als schwächstem Glied der Nahrungskette geht in eine neue Runde.
				</p>
				<p>
					Zum Glück hatte ich in den vergangenen Wochen eine Menge zu tun und konnte mir deshalb die nötige Bedenkzeit nehmen. Inzwischen ist ein Plan in mir gereift, der aber noch nicht 100prozentig spruchreif ist. Mehr dazu im nächsten Tagesrausch oder so :)
				</p>
				<h2>Auf dem Weg zur Grünen Armee Fraktion?</h2>
				<p>
					Ich halte wenig davon, den Konflikt mit der Polizei auf die falsche Art zu eskalieren. Die "Enttarnung" von Zivilbeamten wäre in meinen Augen ein Schritt in Richtung "<strong>Grüne Armee Fraktion</strong>". Lass mich dir meine Bedenken erklären:
				</p>
				<p>
					Ich bemühe mich Polizisten stets höflich aber bestimmt zu begegnen. Damit dies auch in Stresssituationen gelingt, hilft es (mir), mich daran zu erinnern, dass die <strong>BeamtInnen in aller Regel keinen persönlichen Groll</strong> gegen mich oder "uns Konsumenten" hegen.<br />
					Ich weiß, dass es Ausnahmen gibt, aber die überwiegende Mehrheit der PolizistInnen macht einfach ihren Job. Die Gesetze, die sie durchsetzen, und die Art wie sie dies tun, haben sie sich nicht ausgesucht. Polizisten im Einsatz sind keine "Individuen wie du und ich", sondern uniform(iert)e Repräsentanten eines gesichtslosen (Herrschafts)Apparates.
				</p>
				<p>
					<strong>Polizisten sind ebenso Opfer der falschen Drogenpolitik, wie wir es sind.</strong> Unser "Feind" trägt keine Uniform sondern Anzug und Krawatte. Er sitzt nicht im Streifenwagen, sondern in den Parlamenten.
				</p>
				<p>
					Wenn wir beginnen Menschen in Uniform auf ihre Identität als Mensch zu reduzieren und die Uniform ausblenden, wenn wir sie auf einer menschlichen Ebene angreifen oder verwundbar machen, dann wird dies nicht dazu führen, dass wir freundlicheren oder verständnisvolleren Polizisten begegnen werden.
				</p>
				<p>
					Im Gegenteil muss die "Enttarnung von Zivis" oder ein trommelgestütztes "Polizeifrühwarnsystem" dazu führen, dass die Betroffenen BeamtInnen bei der nächsten Kontrolle mit Angst oder Wut im Bauch vorgehen.
				</p>
				<p>
					Ich kann deinen Wunsch etwas gegen die Kriminalisierung der Konsumenten zu unternehmen sehr gut nachvollziehen. Personalisierte Aggression, <strong>der Versuch einzelne PolizistInnen für die Fehler der Politik haftbar zu machen</strong>, wird in meinen Augen nur eines erreichen - <strong>eine Spirale der Gewalt</strong> in Gang zu setzen. Ich bezweifle sehr, dass wir an ihrem Ende der Legalisierung von Cannabis näher gekommen sein werden.
				</p>
				<h2>Widerstand gerne, aber gewaltfrei!</h2>
				<p>
					Wenn wir gemeinsam nachdenken, finden wir sicher eine Möglichkeit, auf die erwartbar massiven Polizeieinsätze bei "szenetypischen" Festivals zu reagieren, ohne dass wir einzelne Beamte persönlich angreifbar machen.
				</p>
				<p>
					Eskalation des Konflikts? Ja gerne, dann aber überlegt und ohne Aufrufe zur Gewalt! Bei einem "Krieg" gegen die Polizei können wir nur verlieren.
				</p>
				<p>
					<em>"Mit geballter Faust kann man keine Hände schütteln."</em> (Indira Gandhi)
				</p>
				<p>
					Mit hanfigen Grüßen<br />
					Steffen
				</p>
				<hr />
				<p>
					Soviel zu meiner Antwort auf die Frage "Sollen wir Zivilbeamte enttarnen, um Konsumenten vor Kontrollen auf Festivals zu schützen?" Wie seht ihr das?
				</p>
				<h2>Mehr zum Thema "Polizei vs. Drogenkonsumenten"</h2>
				<ul>
					<li><a href="http://usualredant.de/tagesrausch/2010-05-20-hanftag-vs-flashsmoke.html" title="Eine Rückschau auf den Hanftag 2010 und Informationen über den ersten Smoke-In Flashmob in Berlin">Hanftag vs. FlashSmoke</a> vom 20.05.2010 - Eine Rückschau auf den Hanftag 2010 und Informationen über den ersten Smoke-In Flashmob in Berlin</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/drogen/die-polizei-die-presse-und-die-drogen-hanfparade-2008.html" title="Bericht über den Verlauf der Hanfparade 2008. Infos über politische Reden, die Stimmung und die Strategie der Polizei">Die Polizei, die Presse und die Drogen</a> vom 14.08.2008 - Bericht über den Verlauf der Hanfparade 2008. Infos über politische Reden, die Stimmung und die Strategie der Polizei</li>
					<li><a href="http://usualredant.de/tagesrausch/2008-12-18-straffrei-kiffen-in-viersen.html" title="Erklärt warum der Anti-Kiffer-Flyer der Polizei Viersen lügt und wie man straffrei Drogen konsumiert ohne zu besitzen">Straffrei kiffen in Viersen</a> vom 18.12.2008 - Erklärt warum der Anti-Kiffer-Flyer der Polizei Viersen lügt und wie man straffrei Drogen konsumiert ohne sie zu besitzen.</li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/polizisten-sind-keine-menschen-kommentare.html" title="Lesermeinung zu diesem Artikel veröffentlichen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/polizisten-sind-keine-menschen.html</link>
			<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 18:18:07 +0200</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">usualredant.de,2010-06-14:/drogen/polizisten-sind-keine-menschen.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Der Mythos vom Drogenparadies Tschechien</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					Dieser Artikel aus meiner Feder erschien zunächst unter dem Titel "<a href="http://www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2010/sa_hanftag/s15_sa_hanftag_bayerische-fundamentalisten.php" title="Artikel des Hanf Journals vom 04.05.2010">Bayerische Fundamentalisten und die tschechische Lösung</a>" in der Sonderausgabe des Hanf Journals zum <a href="http://hanftag.de/" title="Berliner Demonstration zum GMM">Hanftag 2010</a>.
				</p>
				<div class="p-b-r"><a href="http://www.hanfjournal.de/hajo-website/download/pdf/pdf_pdf/2010/hanfjournal052010HT_web.pdf" title="Sonderausgabe des Hanf Journals zum Hanftag 2010 (PDF)"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/sonderausgabe-hanf-journal-hanftag-2010.png" alt="Cover der Sonderausgabe Hanftag 2010 des Hanf Journals" width="241" height="360" /></a> <a href="http://www.hanfjournal.de/hajo-website/download/pdf/pdf_pdf/2010/hanfjournal052010HT_web.pdf" title="Sonderausgabe des Hanf Journals zum Hanftag 2010 (PDF)">Sonderausgabe Hanftag 2010</a> des Hanf Journals (PDF)</div>
				<p>
					Zum 1. Januar 2010 hat sich Tschechien ein neues Drogengesetz gegönnt. Die Neuregelungen riefen im Nachbarland Deutschland zum Teil heftige Medienreaktionen hervor. Manch einer sah gar die "Erfolge deutscher Repressionsbemühungen sabotiert" und warnte vor einem "neuen Drogenparadies".
				</p>
				<p>
					Dabei war <strong>Tschechien schon in der Zeit des kalten Krieges eines der liberaleren Länder</strong>. Während Drogen und ihre Konsumenten in der DDR, Polen oder den Sowjetstaaten weitgehend ausgeblendet und allenfalls als Propagandawerkzeug missbraucht wurden, gab es in Prag sogar unter der Herrschaft der Kommunisten <strong>staatliche "Suchtkliniken"</strong>.
				</p>
				<p>
					Auch nach der Wende im Jahr 1989 blieb das Land freizügiger als viele Nachbarn. Jeder Prager wusste, dass man rund um den Wenzelsplatz problemlos verschiedenste Rauschmittel kaufen konnte.
				</p>
				<p>
					Die von einem Aufschrei deutscher Sittenwächter begleitete Neuregelung setzte denn auch nur das in Gesetzesform um, was <strong>an tschechischen Gerichten schon Jahre gängige Praxis</strong> war.
				</p>
				<h2>Tschechien passt Drogengesetze der Realität an</h2>
				<p>
					Wie der Ministerpräsident des Landes Jan Fischer der <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article5784717/Tschechien-wird-zu-Europas-Drogenparadies.html" title="Artikel der Welt vom 09.01.2010">Zeitung Welt</a> im Januar erklärte, sollte das neue Drogenrecht nicht mehr erreichen, als eine lange schwelende Debatte über die Frage <em>"Wie groß muss eine Menge sein, damit sie nicht mehr klein ist?"</em> zu beenden.
				</p>
				<p>
					<strong>Drogenbesitz ist in Tschechien nach wie vor rechtswidrig, wer aber Rauschmittel lediglich zum Eigenverbrauch und in geringen Mengen besitzt, muss nur noch wegen einer Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 600 Euro rechnen.</strong>
				</p>
				<p>
					<q title="Jakub Frydrych, Chef der tschechischen Anti-Drogen-Behörde">Geschäfte mit Drogen duldet das neue Gesetz nicht, völlig unabhängig von der Menge</q>, erläutert Jakub Frydrych, der Chef der tschechischen Anti-Drogen-Behörde bei der Vorstellung der Gesetzesinitiative im vergangenen Herbst. <q title="Daniela Kovarova, tschechische Justizministerin">Das gesamte Gesetz lehnt sich an die derzeitige Praxis bei Gericht an</q> fügte die tschechische Justizministerin Daniela Kovarova hinzu.
				</p>
				<p>
					Obschon sich die wichtigsten Repräsentanten des tschechischen Repressionsaparates bemühten, den Journalisten zu vermitteln, dass <strong>auch mit dem neuen Drogenrecht alles beim alten</strong> bleiben würde, ließen wutschäumende Reaktionen über die vermeintliche "Drogenlegalisierung" nicht lange auf sich warten.
				</p>
				<h2>Bayerische Panikmache vor Drogentourismus unbegründet</h2>
				<div class="p-b-r"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/joachim-herrmann-csu-innenminister-bayern.jpg" alt="Joachim Herrmann (CSU), bayerischer Innenminister" width="241" height="360" /> <q title="Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister">Die Grenze wird dichtgemacht!</q><br />Joachim Herrmann, Innenminister Bayern</div>
				<p>
					Bayerns Innenminister Joachim Herrmann warnte im Januar vor <q title="Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister">negativen Auswirkungen und einem Überschwappen des tschechischen Drogenproblems nach Deutschland</q>. Ohne sich um lästige Zuständigkeitsfragen oder EU-Freizügigkeitsregeln zu scheren kündigte er <q title="Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister">massive Kontrollen durch Zoll und Landespolizei</q> an.
				</p>
				<p>
					<strong><q title="Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister">Die Grenze wird dichtgemacht!</q> tönte er in jedes der bereitwillig gereichten Mikrofone.</strong>
				</p>
				<p>
					Die Realität sieht freilich anders aus, als die Herrmanschen Alpträume. Der überwiegende Teil der <strong>Drogenfunde in Bayern wird an der Grenze zu Österreich</strong> gemacht. Die sogenannte Balkanroute ist der wichtigste <strong>Verkehrsweg für afghanisches Heroin und südamerikanisches Kokain</strong>, dass seinen Weg über Afrika und die Türkei nach Deutschland findet.
				</p>
				<p>
					Dazu kommt: In den ersten Monaten des Jahres 2010 blieb die <strong>Situation an der deutsch-tschechischen Grenze ruhig</strong>. <q title="Michael Rebele, Pressesprecher des Polizeidirektion Regensburg">Bisher hat die Polizei in Ostbayern noch keine Auffälligkeiten festgestellt</q> so Michael Rebele der Pressesprecher des Regensburger Polizeipräsidenten. Die so die Befürchtung "in Massen strömenden" <strong>Drogentouristen bleiben aus</strong>.
				</p>
				<p>
					Bleibt zu hoffen, dass sich die bayerischen Stammtischphilosophen alsbald eine neue Sau suchen, die sie durchs Dorf treiben können. Den zaghaften Reformen des tschechischen Drogenrechts täten ein-zwei Jahre Ruhe gut.
				</p>
				<p>
					An ihrem Durchhaltevermögen zweifelnden tschechischen Politikern empfehle ich ein Gespräch mit ihren polnischen Kollegen. Die können sich sicher noch gut daran erinnern, wie bayerische Volksverdummer ... ehm ... Volksvertreter gegen den EU-Beitritt der Polen wetterten. Inzwischen machen auch jene fleißig deutsch-polnische Geschäfte, die 2004 noch vor "dem Volk der Diebe und Gewalttäter" warnten.
				</p>
				<hr />
				<h2>Mehr zum Thema "Drogen in Tschechien"</h2>
				<ul>
					<li>Im Tagesrausch "<a href="http://usualredant.de/tagesrausch/2009-04-03-konoptikum-cannabis-in-tschechien.html" title="Interview mit dem Chefredakteur der Hanfzeitung Konoptikum über die Situation der Cannabiskonsumenten in der tschechischen Republik und den Global Marihuana March 2009 in Prag">Konoptikum: Cannabis in Tschechien</a>" informierte der Chefredakteur des tschechischen Hanfzeitung <a href="http://konoptikum.eu/" title="Konoptikum - nezávislý nestranný legální">Konoptikum</a> über die rechtliche Lage seines Heimatlandes.</li>
					<li>Die Zeitung Welt überschrieb ihren Artikel vom 09.01.2010 zwar mit "<a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article5784717/Tschechien-wird-zu-Europas-Drogenparadies.html" title="Artikel der Welt vom 09.01.2010">Tschechien wird zu Europas Drogenparadies</a>", informierte jedoch recht nüchtern über die Neuregelung.</li>
					<li>"<a href="http://www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2010/04april/s01_0410_titel.php" title="Titelstory des Hanf Journals 04/2010 vom 01.04.2010">Wie einst im Wilden Westen</a>" geht es nach Meinung des Hanf Journals zu, wenn bayerische Polizisen auf Drogenjagt gehen. So zumindest der Titel der Aprilausgabe.</li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/mythos-drogenparadies-tschechien-kommentare.html" title="Die Lesermeinungen zu diesem Artikel ansehen und eigenen Kommentar hinterlassen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/mythos-drogenparadies-tschechien.html</link>
			<pubDate>Mon, 17 May 2010 15:17:10 +0200</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">usualredant.de,2010-05-17:/drogen/mythos-drogenparadies-tschechien.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Cannabispsychose - Ein Betroffener berichtet</title>
			<description><![CDATA[
				<p>
					In den Medien wird das Thema "Cannabispsychose" heftig diskutiert. Widersprüchliche Studien verführen zu vorschnellen Schlüssen und schaffen insbesondere unter den Angehörigen von Cannabiskonsumenten ein Klima irrationaler Angst. Wer sich sachlich informieren will, hat es im Meldungsdschungel schwer.
				</p>
				<p>
					Grund genug sich die Zeit zu nehmen und einmal mit einem Betroffenen zu sprechen. Schliesslich kann nur der eigene Fehler vermeiden, der aus den Fehlern lernt, die andere gemacht haben.
				</p>
				<div class="p-b-r"><a href="http://www.dopaminhypothese.de/" title="Dopaminhypothese - Webseite des Psychatriepatienten Oliver"><img src="http://usualredant.de/images/drogen/oliver-dopaminhypothese.jpg" alt="Oliver, Schizophreniepatient und Cannabiskonsument" width="241" height="350" /></a> <a href="http://www.dopaminhypothese.de/" title="Dopaminhypothese - Webseite des Psychatriepatienten Oliver">Oliver</a>, Schizophreniepatient und Cannabiskonsument</div>
				<p>
					<strong>Steffen: Hallo Oliver! Ich habe dich auf YouTube angesprochen, weil du dich in einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=lsjVyiX3ulo" title="">Video als Schizophreniepatienten "outest"</a>. Magst du den Lesern einen kurzen Einblick in deine Krankengeschichte gewähren?</strong>
				</p>
				<p>
					Oliver: Ja vor etwa 10 Jahren brach bei mir die Schizophrenie aus. Ich studierte zu der Zeit Elektrotechnik an der FH-Aachen. Ich vermute stark, dass dieser Primärschub durch starken Stress verursacht wurde. Danach hatte ich noch ungefähr 10 Schübe aus verschiedenen Ursachen.
				</p>
				<p>
					<strong>Wie äußert sich (d)eine Schizophrenie? Wie kann ich mir als "Gesunder" diese Krankheit vorstellen?</strong>
				</p>
				<p>
					Oliver: Wahnvorstellungen, Paranoia und vieles andere. Ich habe mehrere <a href="http://www.dopaminhypothese.de/Erlebnisberichte.php" title="Berichte von Psychosepatienten über Entstehung und Auswirkungen ihrer Erkrankung">Erlebnisberichte</a> auf meiner Webseite veröffentlicht.
				</p>
				<h2>Cannabis als Psychosemotor?</h2>
				<p>
					<strong>Aus deiner subjektiven Sicht, welchen Einfluss hatte Cannabiskonsum auf deine Erkrankung? War Cannabis Ursache, Brandbeschleuniger oder Nebensache?</strong>
				</p>
				<p>
					Die Ursache meiner Schizophrenie ist eine genetische Disposition. Der Auslöser war stressbedingt - Diese Zusammenhänge werden auf <a href="http://www.dopaminhypothese.de/Schizophrenie.php" title="Schizophrenie: Krankheitsbild und Entstehung">meiner Website</a> erklärt. Ich habe aber im Verlauf meiner Erkrankungen auch 2 <strong>Schübe durch massiven Cannabiskonsum</strong> erfahren (10 bis 20 Joints am Tag).
				</p>
				<p>
					<strong>Konsumierst du heute Cannabis? Wenn ja, was sagen deine Ärzte dazu?</strong>
				</p>
				<p>
					Meine Ärzte würden mir dringend abraten. Ich mache es aber trotzdem. Wobei ich sagen muss das ich nur in ganz geringen Mengen konsumiere.
				</p>
				<p>
					<strong>Wissen deine Ärzte von deinem Konsum? Musst du Wechselwirkungen mit deinen regulären Medikamenten fürchten?</strong>
				</p>
				<p>
					Naja das Problem sind weniger die Wechselwirkungen als die Wirkung des THC selbst. Wenn ich keinerlei Medikamente einnehmen würde, wäre Cannabis für mich im wahrsten Sinne des Wortes mit Vorsicht zu genießen. Aber bei geringen Mengen wirkt es auf mich anregend. Paradox eigentlich :)
				</p>
				<p>
					Ich muss sagen, das ich in der Psychiatrie - und ich war oft da - viele Fälle von Cannabispsychosen gesehen habe, also Patienten, deren Primärschübe auf den Konsum von Cannabis zurückgehen.
				</p>
				<p>
					Damit das vergleichsweise harmlose Rauschmittel eine solch gravierende "Nebenwirkung" zeigt, bedarf es einer genetischen Disposition, das heißt Unverträglichkeit.
				</p>
				<h2>Genetische Disposition für Psychosen</h2>
				<p>
					<strong>Genetische Disposition klingt sehr unausweichlich... Gibt es eine Möglichkeit sich auf diesen Risikofaktor testen zu lassen? Wie kann man als Konsumwilliger das Psychoserisiko minimieren?</strong>
				</p>
				<p>
					Also... Auskunft über die Existenz einer Psychosedisposition kann ein Gentest liefern.
				</p>
				<p>
					Die überwiegende Mehrheit der Cannabiskonsumenten muss sich deswegen aber keine Sorgen machen. Die genetische Disposition zu einer Psychose betrifft nur rund 1 Prozent der Menschen und selbst wenn sie vorliegt heißt dies nicht zwangsläufig, dass man tatsächlich an einer Psychose erkrankt.
				</p>
				<p>
					Im Prinzip gilt - Je häufiger Fälle von Schizophrenie oder anderer psychotischer Erkrankungen in der Familie vorkommen, desto höher das eigene Risiko an einer Psychose zu erkranken.
				</p>
				<p>
					Selbst wenn die eigene Familie noch nie betroffen war, sollte man das Thema Psychose dennoch nicht vollständig ausblenden. Es gibt leider Konsumenten die reagieren sehr heftig auf Cannabis. Ich habe z.B. auch einen Fall von Bipolarität erlebt - Ein Patient, der nach dem Konsum von nur einem einzigen Joint in einen wahnhaften manischen Zustand geriet.
				</p>
				<p>
					Ich empfehle, sich insbesondere bei den ersten Konsumerlebnissen genau zu beobachten. Wer nach dem Kiffen Paranoia, Verfolgungswahn oder ähnliches an sich feststellt, tut gut daran, seinen Konsum zumindest zu überdenken.
				</p>
				<h2>Kiffen trotz Psychose?</h2>
				<p>
					<strong>Um es mal hart zu formulieren: Ganz auf Cannabis zu verzichten, wird nicht allen Dispositionsbetroffenen gelingen. Was rätst du jenen die dennoch kiffen wollen?</strong>
				</p>
				<p>
					Wenn ich weiß ich bin in der Risikogruppe, <strong>vorsichtig konsumieren</strong>, kein Wettkiffen oder heftiger Konsum.... aber hin und wieder ein Bong ist nicht so schlimm. Ich sag mal so - Einmal in der Woche ein Köpfchen mit sehr wenig Cannabis ist ok, wenn es nicht mehr wird.
				</p>
				<p>
					Vielleicht ist dies, das wichtigste Warnzeichen - Wenn die konsumierte Cannabismenge plötzlich zunimmt, sollten man Aufhorchen. Sobald ungewöhnliche Wahrnehmungen auftreten, sofort in Behandlung und nicht erst warten, bis die Marsmenschen angreifen ;)
				</p>
				<p>
					<strong>Wer kann mir helfen, wenn ich befürchte unter Schizophrenie zu erkranken?</strong>
				</p>
				<p>
					Also meiner Meinung nach <strong>sofort in die Klinik</strong> - je eher man(n) geht, desto weniger schlimm ist die Behandlung. Und ganz wichtig <strong>ehrlich sein was den Konsum angeht</strong> (Die machen sowieso einen Drogentest).
				</p>
				<p>
					Universitätskliniken sind reinen Psychiatrien vorzuziehen.
				</p>
				<p>
					Und ganz wichtig nach der Entlassung aus der Klinik bzw. nach abklingen der Symptome: <strong>Informieren!</strong> Das ist ganz wichtig. Lesen, lesen, lesen.<br />
					Was man selbst über seine Erkrankung weiß, dass kann einem nur nutzen.
				</p>
				<p>
					<strong>Vielen Dank für das Gespräch und gute Besserung!</strong>
				</p>
				<hr />
				<h2>Mehr zum Thema "Cannabis und Psychosen"</h2>
				<ul>
					<li>Oliver betreibt ein <a href="http://www.youtube.com/Tunnelblick13" title="Psychatrie Videoblog von Oliver">Videoblog über Psychatrie, Patienten und ihre Schicksale</a>, dass ich meinen Lesern sehr ans Herz lege.</li>
					<li>Der Verein "<a href="http://www.ppev.de/" title="Verein für humane Psychatrie und politische Teilhabe der Patienten">Psychiatrie Patinnen und Paten e.V.</a>" vernetzt Betroffene mit psychischen Problemen oder mit Psychiatrieerfahrung und setzt sich für die Belange der Patienten ein.</li>
					<li>Der Verein für Drogenpolitik bietet umfangreiche Informationen über den Stand der wissenschaftlichen Forschung zu "<a href="http://www.drogenpolitik.org/cannabis/psychose/index.php" title="Informationen des VfD über Cannabispsychosen">Cannabis und Psychosen</a>" an.</li>
					<li>Wissenschaftlern der Keele-Universität (Großbritannien) kamen in der letzten <a href="http://www.cannabis-med.org/german/bulletin/ww_de_db_cannabis_artikel.php?id=303#2" title="IACM-Informationen vom 04. Juli 2009">großen Psychosestudie</a> zu dem Ergebnis, dass "die ursächlichen Modelle, die Cannabis mit Schizophrenie/Psychosen verbinden, durch diese Studie nicht unterstützt werden".</li>
				</ul>
				<p>
					(<a href="http://usualredant.de/drogen/cannabispsychose-ein-betroffener-berichtet-kommentare.html" title="Lesermeinung zu diesem Artikel veröffentlichen">Kommentare</a>)
				</p>
			]]></description>
			<link>http://usualredant.de/drogen/cannabispsychose-ein-betroffener-berichtet.html</link>
			<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 10:31:00 +0200</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">usualredant.de,2010-04-26:/drogen/cannabispsychose-ein-betroffener-berichtet.html</guid>
		</item>
	</channel>
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