Heroinkonsum ist zwischenzeitlich derart stigmatisiert, dass im Falle der Legalisierung aller verbotenen Substanzen ein drastischer Anstieg der Konsumentenzahlen kaum zu erwarten steht. Zu stark ist die Bezeichnung "Heroin" mit straken Ängsten wie TOD DURCH ÜBERDOSIERUNG, SOZIALES ELEND, AUSZEHRUNG UND GESUNDHEITLICHER VERFALL besetzt, als das der rauschwillige "Normalo" sich diesen vermeintlichen Risiken freiwillig aussetzen würde. Ohnehin sollte man als ein sich selbst gegenüber verantwortlich handelnder Neu-Einsteiger grundsätzlich mit einer eher geringen Dosis jedweder Art von Droge beginnen, um dann eventuell den optimalen Rauschpegel durch steigende Erfahrungswerte im Umgang mit dem Mittel zu erreichen. Im Falle einer kontrollierten Abgabe über Apotheken oder lizensierte Fachgeschäfte mit bestgeschultem Personal müsste eine solche Dosis überdies standardisiert sein und sich u.a. an der individuellen Konstitution des Gebrauchers ausgerichten.
Mit Opiaten alt werden ist selbst für Dauerkonsumenten kein Problem mehr, sofern Qualität und Angebot nicht mehr schwanken und stressende Faktoren wie Strafverfolgung, Streckmittel oder Ungewissheit über den Wirkstoff-Anteil entfallen.
Gruß a.
11.12.2009 um 20:20 Uhr | Kommentar von Hans Cousto
Die Gleichung "Legalisierung = Qualitätskontrolle = weniger Drogentote" erscheint mir logisch und richtig. Qualitätskontrolle im Sinne von Drug-Checking wird in diversen Nachbarländern von Deutschland auch ohne Legalisierung des allgemeinen Umgangs mit den untersuchten Drogen (zumeist Partydrogen wie Ecstasy oder Speed) seit Jahren erfolgreich durchgeführt. Dort erkannte man zumindest, dass die Gleichung "Qualitätskontrolle = weniger Drogentote" stimmig ist. Bis jetzt will die Bundesregierung jedoch nichts von Drug-Checking wissen und nimmt nach wie vor Krankheit und Tod von Menschen billigend in Kauf, nur weil sie sich der Erkenntnis verweigert, dass die oben genannten Gleichungen richtig und stimmig sind.
Nicht die Drogen sind gefährlich, sondern die Art, wie wir damit umgehen!
Mit internetten Grüßen, Hans Cousto
27.12.2009 um 16:38 Uhr | Kommentar von gunstick-uncle
Nur so geht es! Bin selber seit über 35 Jahren opiatabhängigund hab nur durch jahrelangen Codein- und Methadongebrauch überlebt. Wie lange müssen noch Menschen sterben von denen keiner aus Jux und Tollerei angefangen harte Drogen zu nehmen. Die dafür verantwortlichen Politiker, egal ob von links oder rechts, sollten wegen tausenfacher fahrlässiger Tötung angeklagt werden
13.01.2010 um 12:59 Uhr | Kommentar von risinger
Für die kontrollierte Abgabe von Heroin steht einerseits der Schutz des "Patienten" andererseits die Zerstörung krimineller Strukturen. Nur durch überwachte Qualität sind Beimischungen und Überdosierungen fast ausgeschlossen. Die meisten Heroin-Toten sterben übrigens an einer Überdosierung weil sie zufällig reineren Stoff als sonst bekommen haben. Dieses Risiko wäre mit Wirkstoffgehalt-Angaben beseitigt. Allerdings wäre ich sehr vorsichtig damit, Heroin etwa in Coffeeshop-ähnlichen Einrichtungen zu verkaufen. Heroin mag jetzt "stigmatisiert" sein, um mal meinen Vorredner zu zitieren, man stelle sich aber vor heroin würde in der gleichen Einrichtung wie Cannabis verkauft werden. Das, denke ich würde bei vielen(vor allem Heranwachsenden) ein falsches Bild der Droge vermitteln (da hilft auch keine noch so gute Aufklärung). Manche denken da anders, aber ich bin schon für eine Trennung zwischen so genannten weichen und harten Drogen.Ich weiß ein klare Trénnung ist auch schwierig, denn wo zieht man die Grenze. Beim Heroin allerdings bin ich mir sicher, daß nur ganz ganz wenige Menschen einen vernünftigen Umgang damit schaffen und deshalb gehört es meiner Meinung nach in die Apotheke. Allerdings zum selber zahlen und nicht auf Krankenkassenrechnung bitteschön.(Ja, auch ein Junkie kann arbeiten wenn er seinen Stoff hat und nicht den ganzen Tag damit verbringen muss "irgendwo was aufzustellen") Mit dieser Regelung würde man ausserdem dem Schwarzmarkt jede Menge Geld entziehen, was ja auch nicht unbedingt ein Nachteil wäre. Also dann Cannabis für Alle!!!ab 18 Brown Sugar für die Apo!!!
06.05.2010 um 22:07 Uhr | Kommentar von Anonym
ich bezieh mich mal auf den kommentar vor mir: "Für die kontrollierte Abgabe von Heroin" das hat nichts mit selbstbestimmten drogenkonsum zu tun. menschen sollten selbst entscheiden, in welchem umfeld, wann, wie oft und wieviel sie sich zuführen. genauso doof ist die freigabe von cannabis ab 18. ein mensch wird nicht von einem auf den anderen tag entscheidungsfähig. mit der altersgrenze bleibt ein großer teil der jugendlichen kifferInnen in der illegalität.
du denkst im grunde genauso, wie menschen, die für schwachsinnige drogenverbote verantwortlich sind, nur dass du die grenze anders ziehst, zwischen gutem und bösem drogenkonsum, dem was erlaubt und dem, was geächtet und verboten gehört.
in diesem sinne alles legalisieren und eine ehrliche, gute drogenaufklärung.
12.08.2010 um 19:51 Uhr | Kommentar von Jasmin
Hm, nur weil jemand "saubere Drogen" konsumiert bedeutet dies NICHT gesünder zu leben. Denn Drogen sind IMMER gefährlich und ungesund! (Abgesehen von Cannabis vielleicht!) Halluzinationen, Psychosen und brutale Selbstüberschätzung, Depressionen, die zu Suiziden führen oder Dehydrierung bei Ekstasy, alles möglich auch bei sauberen Drogen! Und zahlen müssen wir dafür trotzdem! Nur dass der Staat ein total falsches Bild abgeben würde, also unglaubwürdig darstehen würde und Drogenbarone nun auch noch sauberes Geld hätten! Ist das gut?
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