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Steffen Geyer über Cannabis, Drogenpolitik und die Legalisierung

4/20 - Kein Tag für Nazis!

Vancouver Canada 2012 April 20 crowd4/20 Vancouver (Kanada)

Am 20. April zelebrieren die HanffreundInnen in aller Welt den 4/20-Day. Nur im deutschsprachigen Raum bleibt die Stimmung gedrückt - und das liegt an einem Österreicher, der vor 61 Jahren starb.

Die Welt riecht heute ein wenig süßlich. Von San Francisco (Kalifornien, USA) bis Auckland (New Zealand) treffen sich tausende, um gemeinsam Cannabis zu konsumieren und die politische Bewegung zu seiner Legalisierung zu feiern. Four-Twenty-Day (Vier-Zwanzig-Tag) heißt das globale Spektakel.
Der in den 70er Jahren entstandene Zahlencode 420 bzw. 4/20 gilt international als Erkennungszeichen der CannabisfreundInnen. Fast alles rund um Hanf(kultur) kann man mit diesem Kürzel (ver)kaufen. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der kalendarische 4/20 mit cannabiphiler Bedeutung beladen wird.

Der 20. April (4/20 in der in den USA gebräuchlichen Schreibweise) entwickelte sich so seit Ende der 90er zum internationalen Kifferfeiertag. Doch in Deutschland blieb es lange ruhig…

Hierzulande verbindet man mit dem 20. April ein anderes historisches Ereignis. 1889 kam im österreichischen Braunau am Inn an diesem Tag Adolf Hitler zur Welt. Nach der Machtergreifung der NSDAP im Jahre 1933 beging das “Reich” am 20.4. den “Führergeburtstag“. Beflaggung, Masseneintritte in Systemorganisationen, Beschenkung mit “Mein Kampf”, Vergabe von Orden und Ehrenzeichen - Die Propaganda scheute keinen Aufwand, um den “besonderen Tag” im kulturellen Gedächtnis zu verankern.
Und das wirkt bis heute nach.

Wer am 20. April demonstrieren will, macht sich schnell verdächtig, rechtes Gedankengut zu verbreiten. Wer heute zu einer öffentlichen Feier aufruft, muss vielerorts mit besonderer Aufmerksamkeit des staatlichen Gewaltmonopols rechnen. Jüdische Friedhöfe und Synagogen stehen an diesem “besonderen Tag” unter “besonderem Schutz”.

Ein niederländischer Legalize-Kollege zeigte sich vor ein paar Jahren über den unhinterfragten Fortbestand dieses “Führergeburtstagskults” irritiert. Er forderte mich als deutschen Europäer auf, sich den 20. April “von Hitler zurück zu holen”. Diesen “Führerbefehl” gebe ich heute an die Millionen deutschen HanffreundInnen weiter:
Nehmen wir 4/20 zum Wohler aller hier Lebenden den Nazis weg! Schluss mit der Angst vor ewiggestrigem Andenken. Beladen wir den 20. April gemeinsam mit einer Botschaft der Freude. Der Four-Twenty-Day gehört uns!

Happy 4/20 everyone!